4800 Fragebögen verteilt Polizei fragt: Wie sicher ist das Bahnhofsviertel?

Münster -

Die Polizei hat im Bahnhofsviertel 4800 Fragebögen verteilt. Von Menschen, die in dem Quartier leben oder arbeiten, will sie wissen, wie es um das Sicherheitsgefühl bestellt ist.

Von Martin Kalitschke
Im vergangenen Jahr fanden wiederholt Polizeirazzien in Bahnhofsnähe statt – das Foto zeigt einen Einsatz im Oktober an der Engelenschanze.
Im vergangenen Jahr fanden wiederholt Polizeirazzien in Bahnhofsnähe statt – das Foto zeigt einen Einsatz im Oktober an der Engelenschanze. Foto: Oliver Werner

Dealer, Junkies, Obdachlose: Viele Anlieger betonen, dass sie sich im Bahnhofsviertel nicht mehr sicher fühlen. Für die Polizei ist das Quartier indes kein Kriminalitätsschwerpunkt. Um einen umfassenden Eindruck zu bekommen, wie es um das Sicherheitsgefühl zwischen Bremer Platz und Engelenschanze bestellt ist, geht das münsterische Polizeipräsidium nun einen ungewöhnlichen Weg.

In der vergangenen Woche haben Beamte 4800 Fragebögen in die Briefkästen im Bahnhofsviertel gesteckt. Überschrift: „Anonyme und freiwillige Befragung des Polizeipräsidiums Münster: Sicherheitsgefühl an und um den Hauptbahnhof“. Polizei-Sprecher Andreas Bode kann sich nach eigenen Angaben nicht erinnern, dass es eine solche schriftliche Befragung schon einmal in Münster gegeben hat.

Aktivitäten im Bahnhofsviertel „zielgerichtet steuern“

„Die Polizei möchte gerne Ihre Erfahrung nutzen“, heißt es in dem von Polizeipräsident Hajo Kuhlisch unterzeichneten Anschreiben. Mit der Umfrage solle erreicht werden, dass die Polizei ihre Aktivitäten im Bahnhofsviertel zielgerichtet steuern kann, so Kuhlisch weiter. In dem Fragebogen können die Teilnehmer unter anderem bewerten, wie sicher sie sich in dem Quartier fühlen, wie groß ihre Sorge ist, Opfer einer Straftat zu werden, und was sie besonders stört – von Schmutz über Vandalismus, Bettler, gewaltbereite Personen oder Gruppen und Obdachlose bis hin zu Drogenabhängigen. Zudem wird danach gefragt, wie zufrieden die Bürger mit der Präsenz der Polizei sind.

Rücksendung bis 18. Februar

Bis zum 18. Februar können die ausgefüllten Fragebogen zurückgeschickt werden. „Wir hoffen natürlich auf viele Antworten, denn dann erhalten wir ein besseres Meinungsbild“, betont Polizei-Sprecher Bode. In den Wochen danach sollen die Bögen ausgewertet werden. Anschließend sollen die polizeilichen Maßnahmen ganz gezielt an die Bürgersorgen angepasst werden. „So wollen wir verhindern, dass wir in die falsche Richtung arbeiten“, unterstreicht Bode.

Für die Polizei sei das Bahnhofsviertel kein Kriminalitätsschwerpunkt, sondern vielmehr ein Bereich, in dem „mehr los ist“ als in anderen Gegenden der Stadt. Für ein Bahnhofsquartier, einen „Schmelztiegel unterschiedlicher Gesellschaftsgruppen“ (Bode), sei das nicht ungewöhnlich.

Mehr zum Thema

Brandbrief der Anlieger: Im Bahnhofsviertel geht die Angst um

Neugestaltung des Bremer Platzes: Drogenszene soll mitreden

Entscheidung im Rat: Mehr Sicherheit und Sozialarbeit am Hauptbahnhof

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5489733?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F