Nach Bericht über krebskranke Frau
Stadt verlängert Jahreskarte - ausnahmsweise

Münster -

Das Sportamt der Stadt hat sich im Fall von Nadine Sewald (wir berichteten am 26. Januar ) kulant gezeigt. Die Verwaltung betont aber erneut, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handelt. Beide Seiten trafen sich am Montag zu einem Gespräch.

Montag, 29.01.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 29.01.2018, 19:57 Uhr
Nadine Sewald Foto: Bettina Laerbusch

Zum Hintergrund: Nadine Sewald hatte im Sommer 2017 eine Jahreskarte für die städtischen Bäder gekauft. Drei Wochen später erhielt sie die Diagnose, an Brustkrebs erkrankt zu sein. Im August versuchte sie, die Karte zurückzugeben oder  die Gültigkeit nach hinten schieben zu lassen. Vergeblich. Die 36-Jährige wurde am Telefon abgewiesen – und ließ die Angelegenheit zunächst auf sich beruhen. Freunden erzählte sie aber immer mal wieder davon. Die waren empört, rieten ihr, die Öffentlichkeit einzuschalten. Das hat die 36-Jährige, die sich zurzeit einer Strahlentherapie unterzieht, vergangene Woche getan.

Keine generelle Regelung

Nachdem sich unsere Zeitung eingeschaltet hatte, veranlasste der Leiter des Sportamtes, Michael Willnath, dass die 36-Jährige zu einem Gespräch eingeladen wurde. Das fand nun am Montag statt. Das Ergebnis laut Pressebericht der Stadt: „Die Badekarte wird ab dem Zeitpunkt der Genesung, zu dem die Schwimmerin sie wieder benutzen wird, verlängert.“ Aus Kulanz hatte das Sportamt nach eigenen Angaben auch angeboten, in diesem Fall den Kaufpreis zu erstatten. Darauf habe die Betroffene verzichtet.
Die Stadt stellt in ihrem Schreiben aber klar: „Eine Erstattung oder auch Verlängerung ist nur ausnahmsweise aus Kulanz möglich. Denn mit dem Kauf einer Bäder-Jahreskarte kommt ein Vertrag zustande: Der Käufer bezahlt die Karte, als Gegenleistung ermöglicht die Stadt die Nutzung ihrer Bäder für ein Jahr.“ Wörtlich heißt es  weiter: „Vergleichbares gilt zum Beispiel für Käufer einer Kinokarte oder einer Bahnfahrkarte. Wer das Kino vorzeitig verlassen oder vor dem Ziel aussteigen muss, hat ebenfalls keinen Anspruch auf Kostenerstattung.“

Wenn sich die Zeitung nicht eingeschaltet hätte, wäre ich nicht zu einem Gespräch eingeladen worden.

Nadine Sewald

Nadine Sewald hatte gegenüber unserer Zeitung  deutlich gemacht, dass es ihr nicht allein um sie selbst gehe. Viele Menschen erkrankten schwer und könnten lange Zeit Schwimmbäder nicht nutzen. Dass es hier keine generelle Regelungen gebe, sei nicht richtig. „Wenn sich die Zeitung nicht eingeschaltet hätte, wäre ich nicht zu einem Gespräch eingeladen worden.“

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