Kardinal Marx in Münster
Nach dem Kramermahl gab es noch einen Absacker

Münster -

Kardinal Marx hat das Kramermahl sichtlich genossen. Im Anschluss an das traditionsreiche Ereignis ließ er sich noch zu einem Absacker bei Stuhlmacher überreden.

Sonntag, 28.01.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 29.01.2018, 20:14 Uhr
Dr. Reinhard Marx   Foto: Oliver Werner

Der hohe Ehrengast aus München genoss das Kramermahl. Kardinal Dr. Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, ließ sich im Anschluss an das traditionsreiche Grünkohl-Essen noch zu einem Absacker bei Stuhlmacher überreden, wo die elegant gekleideten Gäste den langen Abend nach dem Rathaus ausklingen lassen.

Münsters Bischof Dr. Felix Genn hatte seinem Übernachtungsgast wohlweislich einen separaten Haustürschlüssel mitgegeben. „Ich glaube, der Kardinal bleibt vermutlich länger als ich“, bemerkte Genn trocken. Zuvor hatte Marx bei seiner fulminanten Rede in der Bürgerhalle auch an seine Studentenzeit in Münster erinnert. „Ich kenne hier viele Ecken und Kneipen. Manche haben sich kaum verändert, hörte ich“, so Marx.

Der bestens aufgelegte Oberbürgermeister Markus Lewe hatte gemeinsam mit zahlreichen Münsteranern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft den Ehrengast im historischen Friedenssaal empfangen. Das besondere Bischofstreffen komplettierten neben Marx als Erzbischof von München und Freising und Münsters Bischof Genn der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, und Münsters Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. Im Vorfeld des Katholikentages im Mai erinnerte Lewe an die alte Weisheit: „Immer wenn Münster einen neuen Bahnhof bekommt, ist in Münster Katholikentag.“ So auch vor 75 Jahren. Die Botschaft sei klar: „Ihr seid alle herzlich willkommen!“

Bevor der Kardinal einen entschlossenen Schluck aus dem Goldenen Hahn nahm, erklärte ihm Lewe, dass es für mögliche Getränkewünsche nun zu spät sei. Literaturnobelpreisträger Günter Grass habe seinerzeit trockenen Rotwein trinken wollen, ein anderer Tee. Marx bemerkte nach seinem Schluck, dass der Wein im historischen Trinkgefäß „nicht von hier“ sei. Es war wie immer ein Riesling. Dass Marx in seiner Rede ausgerechnet den Kommunismus-Theoretiker Karl Marx zum Inhalt machte, überraschte die vielen Vertreter von Wirtschaft und Handel als Gäste des Kramermahls. Der Kardinal betonte als einflussreicher Vertreter der christlichen Soziallehre, dass der Kapitalismus – ebenso wie der Kommunismus – eben nicht die richtige Gesellschaftsform für die Zukunft sei. Dass Reinhard Marx in den Jahren 2002 bis 2008 in Trier, der Geburtsstadt von Karl Marx, Bischof war, sei die späte Rache der katholischen Kirche gewesen. Nur die katholische Kirche, scherzte der Kardinal weiter, sei in der Lage, Geschichte zu restaurieren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5464235?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Fußball: 3. Liga: Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Nachrichten-Ticker