Närrischer Hilferuf
Karnevalstage: Wagen der Prinzengarde kommt in der Halle unter

Münster -

Es war ein närrischer Hilferuf von Bernard Homann: „Wir suchen dringend eine Halle.“ Der Generalprinzmarschall der Prinzengarde lässt nichts unversucht, um Platz für den Wagenbau der Karnevalisten zu finden. „Und wenn es nur für die Zeit über die Karnevalstage als Bonbonladestation ist“, betonte Homann im Kreis von Immobilienexperten. Sein Ruf wurde gehört.

Sonntag, 28.01.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 29.01.2018, 09:02 Uhr
Großes Prinzenwiegen in den Münster-Arkaden: Stadtprinz Christian I. und das Stadtjugendprinzenpaar Leonie I. und Pascal II. ließen sich am Freitag unter närrischer Aufsicht auf einer Waage in Kamelle aufwiegen. Die von den Arkaden gespendeten 500 Kilogramm Süßwaren werden Rosenmontag von der Prinzengarde unters Volk geworfen. Foto: Matthias Ahlke

Jetzt findet die Prinzengarde während der Karnevalstage Unterschlupf in der Halle Münsterland. Gern würden sie auch langfristig eine Halle für den Wagenbau mieten, so Homann.

Neidvoll schauen die Karnevalisten aus Münster nach Losser. Nächste Woche steht wie in jedem Jahr der übliche Besuch bei den Narren im Nachbarland an. Diese haben vor Jahren gemeinsam in einem Hallenkomplex in einem Gewerbegebiet eine Heimat für ihre Wagen gefunden.

In Münster sieht die Lage anders aus. Seit dem Auszug aus den maroden Osmo-Hallen und später aus dem angemieteten Komplex am Höltenweg sind die Wagenbauer verstreut in Münster und im Münsterland unterwegs. „Zwei Gesellschaften haben ihren Wagenbau sogar eingestellt“, sagt Ludwig Harbaum vom Bürgerausschuss Münsterscher Karneval.

Passende Hallen sind heute nicht mehr so einfach zu finden.

Dr. Helge Nieswandt

Froh über kurzfristige Lösung

Bernard Homann ist darum froh über die kurzfristige Lösung für den Wagen der Prinzengarde in der Halle Münsterland. Der Generalprinzmarschall weiß, dass ihr Anliegen häufig an der Größe ihres Wagens mit einer Länge von 30 Metern und einer Höhe von fünf bis sechs Metern scheitere.

„Passende Hallen sind heute nicht mehr so einfach zu finden“, betont Dr. Helge Nieswandt. Der Präsident des Bürgerausschusses Münsterscher Karneval will sich gemeinsam mit allen Wagenbauern und den Gesellschaftsspitzen nach der Session austauschen. Die Problematik sei ihnen vehement angetragen worden, so Nieswandt.

Gesellschaften suchen eigene Unterstellmöglichkeiten

Er erinnert sich an Zeiten des gemeinsamen Wagenbaus in der Prinz-Claus-Kaserne, später im Speicher in Coerde und dann in den Osmo-Hallen. „Das war ein Riesenvorteil.“ Man habe sich gegenseitig geholfen. Heute haben sich die Gesellschaft eigene Unterstellmöglichkeiten gesucht. Der BMK ist mit drei Wagen in Sudmühle gelandet, die Freudenthaler mit fünf Wagen in Handorf. „Jeder sorgt für sich“, sagt Ludwig Harbaum, der wie Nieswandt der Lösung am Höltenweg nicht nachtrauert, weil die Kosten zu hoch gewesen seien.

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