Einsatzbereitschaft
Feuerwehr fordert Bevorzugung von Ehrenamtlichen bei Grundstücksvergabe

Münster -

Rund 500 Einsätze innerhalb weniger Stunden, Vollalarm für alle 20 Löschzüge: Orkantief „Friederike“ wütete vor gut einer Woche auch in Münster, und ohne den Einsatz von über 400 Freiwilligen wäre es gar nicht möglich gewesen, so schnell das Chaos zu beseitigen. Jetzt zog der Stadtfeuerwehrverband Bilanz.

Sonntag, 28.01.2018, 15:00 Uhr aktualisiert: 28.01.2018, 16:55 Uhr
Auszeichnung für langjähriges Engagement: Norbert Baackmann (M.) erhielt die silberne Ehrennadel. Es gratulierten Verbandsvorsitzender Dirk Becker (r.) und Münsters Feuerwehrchef Gottfried Wingler-Scholz. Foto: hpe

Und es gab ein klares Signal in Richtung Ehrenamt. „Unsere Leute stellen im Einsatz ihre eigenen Interessen zurück und nehmen Risiken in Kauf. Trotzdem sind Respekt und Rücksicht vielen Menschen offenbar abhanden gekommen“, sagte Verbandschef Dirk Becker vor den Delegierten aller Löschzüge am Donnerstagabend in der Stadthalle Hiltrup.

Mehr Akzeptanz und Wertschätzung gefordert

„Wenn Gaffer uns behindern oder gar attackieren, ist das in jedem Einzelfall auch ein Angriff auf die öffentliche Sicherheit“, so der Oberbrandmeister. Er forderte ebenso von der Politik „mehr Akzeptanz und Wertschätzung“, um weiter junge Leute für den Einsatz in der Freiwilligen Feuerwehr begeistern zu können.

Ehrenamtliche müssen bei der Vergabe städtischer Baugrundstücke bevorzugt werden.

Verbandschef Dirk Becker

 

Orkantief Friederike in Münster

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    Das Dach eines zur Bahn gehörenden Gebäude ist durch den Sturm schwer beschädigt worden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Es stürzte teilweise auf die Gleisanlagen im Bereich der Überführungen über die Hafenstraße.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Hafenstraße wurde gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Die Hafenstraße vom Hansaring aus.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Auch am Hafen gab es eine Sperrung. Der Mittelhafen wurde zwischen dem Hafenweg (Höhe Vapiano) und dem Flechtheimspeicher gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Das Dach des Fernwärmespeichers der Stadtwerke hob sich durch die Orkanböen.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • An der Wolbecker Straße stürzte eine Ampel um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An der WLE-Bahnstrecke in Gremmendorf stürzte ein Baum auf die Gleise.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Weseler Straße war wegen eines umgekippten Baums zwischenzeitlich nicht befahrbar.

    Foto: Björn Meyer
  • Auf der A1 wurde zwischen Münster-Nord und Greven ein Lkw umgeweht.

    Foto: Katrin Jünemann
  • An vielen Straßen gab es kein Durchkommen.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Stürmischer Donnerstag in Münster: Tief „Friederike“ fegt mit Orkanböen durch die Stadt und richtet einige Schäden an.

    Foto: Oliver Werner
  • An der von-Steuben-Straße...

    Foto: Oliver Werner
  • ...haben sich Blechteile von einem Dach gelöst.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Straße wurde gesperrt.

    Foto: Oliver Werner
  • Von herunterstürzenden Ästen und Dachziegeln ging am Donnerstag Gefahr aus.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Polizei empfahl, „am besten zu Hause zu bleiben“.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Feuerwehr sichert das Dach an der von-Steuben-Straße.

    Foto: Oliver Werner
  • Über 300 Einsätze vermeldete die Polizei bereits am Mittag.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr in NRW wurde wegen des Sturms eingestellt.

    Foto: Oliver Werner
  • Hunderte Reisende strandeten in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Die meisten Gestrandeten bleiben gelassen.

    Foto: Oliver Werner
  • Zum Teil taten sich Reisende zusammen, um mit dem Taxi weit entfernte Ziele – etwa den Flughafen Düsseldorf – zu erreichen.

    Foto: Oliver Werner
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Sturm-Bilder aus Münster

    Foto: Oliver Werner
  • Waghalsige nutzten die enormen Windstärken...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...für eine Runde Windsurfen auf dem Aasee.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Ein- und Ausstieg erfolgte über die Treppe bei den 'Giant Pool Balls'.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In der Fliednerstraße kippte ein Container um.

    Foto: Oliver Werner
  • am Hauptbahnhof wurden Fahrräder umgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • "Friederike" zerrte auch an Baugerüsten. Hier wurde eine Plane zerfleddert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Feuerwehr beseitigt einen Baum, der auf die Weseler Straße gestürzt ist.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Baum fiel auf die Antoniuskirche.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Umgestürzter Baum an der Mecklenbecker Straße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dutzende Bäume stürzten in Münster um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An den Osmo-Hallen 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein großes Werbeplakat wurde davongeweht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Umgehungsstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Deckel einer Litfaßsäule wurde abgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch diese Zweiräder wurden umgeworfen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Uniklinik sperrte den Zugang zu einem Bettenturm.  Alle Mitarbeiter seien angewiesen worden, ihre Dienstgebäude nicht während des Sturms zu verlassen. Untersuchungen und Behandlungen, die es erforderlich machten, Patienten in andere Gebäude zu bringen, seien verschoben worden.

    Foto: Lukas Speckmann
  • Vor der Montessori-Schule an der Soester Straße stürzte ein Baum um.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Baum stürzte auf die Antoniuskirche.

    Foto: Oliver Werner
  • In der Delpstraße im Aaseeviertel stürzte ein Baum auf ein Haus.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr wurde in NRW am Morgen abgesagt.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Nachmittag war klar: Bis zum Betriebsschluss fuhr kein Zug mehr. Am späten Nachmittag waren die Bahnsteige am Hauptbahnhof leer.

    Foto: Oliver Werner
  • An die gestrandeten Fernreisenden hat die Bahn am Hauptbahnhof Taxen- und Hotelgutscheine verteilt.

    Foto: Oliver Werner

 

Dienst aus Mangel an bezahlbarem Wohnraum quittiert

Darüber hinaus werde aktuell in allen Einheiten geprüft, wie viele Einsatzkräfte bereits ihren Dienst im Löschzug quittiert haben, weil sie keinen bezahlbaren Wohnraum mehr für sich und ihre Familien in Münster finden. „Ehrenamtliche müssen bei der Vergabe städtischer Baugrundstücke bevorzugt werden“, so der Appell des Verbandschefs. Insgesamt gehören rund 1500 Mitglieder zum Stadtfeuerwehrverband, der damit führend im Regierungsbezirk ist. Auch könne man sich bei Neubauten von Gerätehäusern zusätzliche Wohnungen für Wehrleute vorstellen, die in oder in der Nähe der Fahrzeughalle geschaffen werden könnten.

Dank an Firmen, die ihre Mitarbeiter freistellen

Ein Dank galt Firmen, die ihre Mitarbeiter trotz Arbeitsverdichtung weiterhin für Einsätze tagsüber freistellen. Die Förderplakette des Landes ging 2017 an die Firma Schulte-Elektrotechnik. Die Ausbildung der Nachwuchskräfte funktioniere reibungslos, weil erfahrene Einsatzkräfte ihre Freizeit für zusätzliche Schulungen opferten. Um noch besser für den Ernstfall gerüstet zu sein, wird im Frühjahr ein Löschfahrzeug-Fahrsimulator für einige Zeit in Münster stationiert. In der computergesteuerten Fahrerkabine können besonders Alarmfahrten realistisch trainiert werden.

Neue Gerätehäuser im Geistviertel und in Roxel

Die letzten alten Rundhauben-Fahrzeuge mit mehr als 30 Einsatz-Jahren auf dem Buckel werden in diesem Jahr durch moderne Löschfahrzeuge ersetzt; in Geist und Roxel entstehen neue Gerätehäuser.

Für seinen langjährigen Einsatz im Vorstand erhielt Norbert Baackmann, bis 2012 Löschzugführer in Nienberge, die silberne Ehrennadel des Verbandes. Baackmann engagiert sich auch in der Städtefreundschaft und pflegt die Verbindungen zur Partnerfeuerwehr in Mülhausen.

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