Hafendebatte im Planungsausschuss
Rätsel um Theodor-Scheiwe-Straße

Münster -

Die Argumentation der Stadtverwaltung war so widersprüchlich, dass die Ausschussmitglieder reihenweise die Augen verdrehten.

Donnerstag, 25.01.2018, 20:30 Uhr aktualisiert: 25.01.2018, 20:46 Uhr
So soll der vom LVM errichtete Teil des neuen Hafengeländes aussehen. Im Mittelpunkt der Debatte im Planungsausschuss standen aber der Investor Andreas Deilmann sowie die Theodor-Scheiwe-Straße. Foto: Manfred Bukowski

Also: Für die Entwicklung des Hafenareals bis 2030 ist die Öffnung der derzeit (von den Privateigentümern) geschlossenen Theodor-Scheiwe-Straße zwingend erforderlich. So zwingend, dass die Stadt Münster in einem Bericht sogar eine Enteignung androht. Dafür wurde sie im Ausschuss massiv gerügt. 

Verwirrung und Lob

Zugleich betonte der Leiter des Stadtplanungsamtes, Christian Schowe, in der Sitzung aber auch: „Wir brauchen keine Theodor-Scheiwe-Straße für das Osmo-Gelände.“

Das wollte vielen nicht in den Kopf, denn zuvor war die längst überfällige Bebauung des Osmo-Gelände als ein Herzstück der Hafen-Entwicklung vorgestellt worden. Schowes Stellvertreter Michael Krause lobte sogar die neue „Harmonie der Projekte untereinander“, womit er sagen wollte, dass sich die insgesamt fünf an der Bebauung beteiligten Investoren geeinigt haben.

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Na ja, ganz so weit scheint es mit der Harmonie dann doch nicht her zu sein, wie der SPD-Ratsherr Ludger Steinmann bemerkte. In Anspielung auf den Investor Andreas Deilmann, der – abweichend von der geplanten Wohnbebauung – unter anderem ein Museum und ein Hotel ins Spiel gebracht hatte, sagte Steinmann: „Da tanzt jemand aus der Reihe.“

Stadtbaurat Robin Denstorff versicherte im Gegenzug, dass die Stadt nicht zurückweichen werde: „Der städtebauliche Entwurf ist die Vorgabe.“

Misstrauen ausgelöst

Von vielen Diskussionsteilnehmern wurde angeregt, in dem für die Wohnbebauung vorgesehenen Teil des Osmo-Areals eine 30-Prozent-Quote für Sozialwohnungen vorzugeben.

Zurück zum verbalen Spagat zwischen der einerseits erforderlichen und andererseits nicht notwendigen Theodor-Scheiwe-Straße und der Wortklauberei in diesem Zusammenhang.

Der Umstand, dass die Stadtverwaltung größten Wert auf eine unterschiedliche Bewertung je nach Projekt legte, löste Misstrauen im Raum aus.

Der ÖDP-Ratsherr Franz Pohlmann meinte in diesem Zusammenhang: „Vertrauen gewinnt man so nicht."

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