Modernisierung für 59 Millionen Euro Masterplan für den Allwetterzoo Münster

Münster -

(Aktualisiert) Der Allwetterzoo Münster soll bis zum Jahr 2030 von Grund auf modernisiert werden, um dem Tier- und Artenschutz besser gerecht und insgesamt attraktiver zu werden. Dazu sollen auch neue Tierarten nach Münster kommen.

Von Ralf Repöhler
Modernisierung für 59 Millionen Euro: Masterplan für den Allwetterzoo Münster
Angegliedert an den Elefantenpark soll die asiatische Inselwelt entstehen. Foto: Allwetterzoo/Matthias Ahlke

59 Millionen Euro. So hoch ist das finanzielle Gesamtvolumen, um den Allwetterzoo Münster mit einer konzeptionellen Weiterentwicklung zielgerichtet in die Zukunft zu führen. Die Zoospitze um Zoodirektor Dr. Thomas Wilms und den Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer Knoche präsentierte am Mittwoch einen 148 Seiten dicken Masterplan, der über zwei Jahre erstellt worden ist. Danach soll der Allwetterzoo bis zum Jahr 2030 von Grund auf modernisiert werden, um dem Tier- und Artenschutz besser gerecht und für Besucher attraktiver zu werden. Dazu sollen schützenswerte Tierarten neu nach Münster kommen.

Neue Arten

Gedacht wird unter anderem an Brillenbären, Flachlandtapire, Riesenotter, Baumkängurus, Zwergflusspferde und Komodowarane. Von anderen Tieren will sich der Zoo trennen. „Wir haben alle Tierarten bei uns bewertet hinsichtlich ihrer Relevanz für den Artenschutz, also ihren Bedrohungsstatus, ihrer Rolle für den Zoo und ihrer Attraktivität für die Besucher“, sagt Wilms.

Poitou-Riesenesel, diverse Hauspferde und Wildmeerschweinchen sollen beispielsweise gehen. Die Zucht der syrischen Braunbären – es gibt noch zwei ältere Tiere – wird nicht fortgesetzt.

Nach dem „Masterplan 2030 plus“ soll der Allwetterzoo in Klimazonen als Ordnungsprinzip aufgeteilt werden, und zwar in die Bereiche gemäßigte Zone, Tropen und Subtropen. „Dadurch wird es möglich, die Tierarten aus den unterschiedlichen Klimazonen der Erde nebeneinander zu zeigen“, erläuterte Wilms. Bei einem Klima- und Artenschutzcampus stellt sich der Zoodirektor Kooperationen mit Universität und Schulen vor.

Zwei Pilotprojekte sollen öffentlichkeitswirksam umgesetzt werden. Das Tropenhaus soll saniert werden. Dort soll ein Pantanal, ein südamerikanisches Feuchtbiotop, entstehen, wo sich unter anderem Wasserschweine und verschiedene Affenarten ansiedeln. Das andere Projekt ist zweigeteilt. Angegliedert an den Elefantenpark soll eine  asiatische Inselwelt entstehen. Das sanierungsbedürftige Giraffenhaus – die aktuelle Haltung entspricht nicht den Anforderungen im Säugetiergutachten – soll Herzstück einer afrikanischen Savanne werden.

Städtischer Zuschuss: 4,8 Millionen Euro pro Jahr

Der Masterplan listet priorisierte Sanierungskosten von allein 27,5 Millionen Euro in den Jahren 2019 bis 2030 auf. Vom errechneten Gesamtvolumen von 59 Millionen Euro will der Zoo einen  Eigenanteil von 31,3 Millionen Euro tragen. Auch an eine Erhöhung der Eintrittsgelder wird in den kommenden zwölf Jahren gedacht. Dazu rechnet der Zoo mit steigenden Besucherzahlen, mehr Umsatz im Eventbereich und Sponsoring.

Der städtische Zuschuss soll von 3,8 auf 4,8 Millionen Euro im Jahr steigen. Dazu hofft die Zoospitze auf einen städtischen Investitionszuschuss von fünf Millionen Euro in den Jahren 2019 bis 2022. Der Rat wird darüber entscheiden. 

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