Tankstellen-Raub Täter drohte: „Keine Polizei oder ich stech’ Sie ab“

Münster/Vreden -

Die Beute: 450 Euro. Die Strafe: Vier Jahre und drei Monate. Nach dem Überfall auf eine Tankstelle muss ein 38 Jahre alter Münsteraner ins Gefängnis. Es ist nicht sein erste Haftstrafe.

Von Klaus Möllers
Der Angeklagte und sein Pflichtverteidiger am Donnerstag im Landgericht
Der Angeklagte und sein Pflichtverteidiger am Donnerstag im Landgericht Foto: klm

Mit einem Brotmesser mit Zehn-Zentimeter-Klinge in der Tasche hat Anfang Juli ein 38 Jahre alter Mann aus Münster eine Tankstelle in Vreden überfallen. Dabei sagte er laut Aussage einer Angestellten „Geld her“ und „Keine Polizei oder ich stech‘ Sie ab“. Wegen besonders schweren Raubes hat ihn das Landgericht am Donnerstag zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Mann gab die Tat zu. Demnach täuschte er in der Tankstelle vor, als Kunde eine Getränkedose bezahlen zu wollen. Doch plötzlich zückt er das Messer. Zu der Zeit – gegen Mittag – befanden sich mehrere Menschen in dem Raum: außer der bedrohten Mitarbeiterin ihr Chef, eine Tabakwarenvertreterin und mehrere Kunden. Die Beute des Täters betrug 450 Euro.

Der Staatsanwalt erklärte in seinem Plädoyer, es sei „nur eine Frage der Zeit“ gewesen, bis der Münsteraner gestellt werden konnte. Weil er unmaskiert den Überfall unternahm und die Kassierin ihn aus früheren Jahren kannte, als er in Vreden wohnte. „Die Chance, dass Sie damit durchkommen, ging gegen Null“, sagte der Anklagevertreter.

Der Täter lebt seit knapp zehn Jahren in Münster im betreuten Wohnen für psychisch Kranke mit Suchtproblematik, erklärten eine psychiatrische Gutachterin und der gesetzliche Betreuer des Mannes. Bei ihm ist eine Paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Zudem nahm er nach eigenen Angaben über Jahre erst Amphetamin, dann Heroin. Er wird mit Methadon substituiert.

Schon drei Mal zuvor hatte der 38-Jährige Tankstellen überfallen: ein Mal 2010 in den Niederlanden und 2011 innerhalb weniger Wochen zwei Mal die selbe Tankstelle an der Von-Steuben-Straße. Für alle Taten saß er ein. Der Kassiererin und deren Chef aus Vreden übergab er während der Verhandlung als Täter-Opfer-Ausgleich 450, beziehungsweise 300 Euro „Schmerzensgeld“ zur persönlichen Wiedergutmachung. Das rechnete ihm das Gericht als strafmildernd an.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5400895?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F