Entscheidung im Rat Mehr Sicherheit und Sozialarbeit am Hauptbahnhof

Münster -

Der Rat hat sich am Mittwochabend für mehr Sicherheit und mehr Sozialarbeit im Bahnhofsviertel ausgesprochen. Unter anderem soll der Service- und Ordnungsdienst aufgestockt werden.

Von Martin Kalitschke
Der Bremer Platz aus der Vogelperspektive.
Der Bremer Platz aus der Vogelperspektive. Foto: Luftbildkontor Fischer

Sicherheit und Sozialarbeit – das sind die beiden Säulen, mit denen Ruhe in das zuletzt immer wieder in die Schlagzeilen geratene Bahnhofsquartier gebracht werden soll. Und so hat der Rat am Mittwochabend nicht nur beschlossen, den städtischen Service- und Ordnungsdienst um sechs Personen aufzustocken, die schwerpunktmäßig rund um den Hauptbahnhof eingesetzt werden sollen. Sondern auch, einen runden Tisch zur weiteren Quartiersentwicklung einzurichten.

Quartiersmanagement soll vermitteln

Daneben soll ein Quartiersmanagement aufgebaut werden, das zwischen den verschiedenen Szenen, Trägern sozialer Arbeit, Nutzerinnen und Nutzern, Geschäftsleuten, Anwohnern, Polizei, Bahnhofsmanagement, Planern und Verwaltung vermittelt.

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Wir brauchen dort eine harte Hand, die für Recht und Ordnung sorgt.

Martin Schiller

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Die Entscheidung fiel im Rat in zuletzt seltener Einmütigkeit – CDU, Grüne, ÖDP und SPD stimmten für das Konzept, die FDP enthielt sich, einzig die AfD war dagegen. „Die Vorlage ist ein Schlag ins Gesicht der Leistungsträger unserer Gesellschaft“, so AfD-Ratsherr Martin Schiller. Dass Geld investiert werden soll, um Menschen zu unterstützten, die – Zitat Schiller – „ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen“, kritisierte er scharf. „Wir brauchen dort eine harte Hand, die für Recht und Ordnung sorgt.“

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Diese Aussagen riefen die anderen Parteien auf den Plan. Die Vorlage stelle einen „ausgewogenen Kompromiss“ dar, betonte CDU-Ratsherr Stefan Leschniok. Er ergänzte, dass man keine Rechtsbrüche dulden werde.

FDP-Fraktionsvorsitzende Carola Möllemann-Appelhoff nannte die Einlassungen von Schiller „menschenverachtend“ – und bekam für diese Einschätzung Applaus. „Wir müssen dort auch Menschen den Aufenthalt ermöglichen, die am Rand der Gesellschaft stehen“, betonte sie.

Ein Änderungsantrag der SPD fiel im Rat hingegen durch. Die Partei forderte darin die Einrichtung von zwei weiteren Stellen beim Drogenhilfeverein Indro, um die Sozialarbeit rund um den Bahnhof zu stärken. Für den Antrag stimmten lediglich die SPD selbst sowie die Linke.

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