Pro und Contra
Reinhard-Lettmann-Platz an der Überwasserkirche - eine gute Wahl?

Die Politik tut sich unerwartet schwer, eine Fläche an der Aa nach Reinhard Lettmann zu benennen – aber ist dieser halbe Platz der Erinnerung an den Alt-Bischof überhaupt angemessen?

Sonntag, 10.12.2017, 17:04 Uhr aktualisiert: 10.12.2017, 17:10 Uhr
Der Platz zwischen Überwasserkirche und Aa soll nach Alt-Bischof Reinhard Lettmann benannt werden. Foto: Matthias Ahlke

Pro: Dieser Platz ist optimal

Die Umbenennung eines Platzes in Münster nach dem früheren Bischof Dr. Reinhard Lettmann ist ein mehr als überfälliger Schritt. Der Alt-Bischof ist im Jahr 2013 gestorben, er hat diese posthume Ehrung verdient. Bischof Lettmann war stets in der Stadt präsent. Zweifel über einen Reinhard-Lettmann-Platz gerade an der von einem Bürger vorgeschlagenen Stelle zwischen der Überwasserkirche und der Aa darf es nicht geben, denn dort hat der Alt-Bischof bis zuletzt gewohnt. Außerdem wäre eine Um­benennung an dieser Stelle für keinen Menschen mit Kosten verbunden. Aber es wäre eine Anerkennung. Nun streiten sich in dieser Frage die Kommunalpolitiker in der Bezirksvertretung Münster-Mitte über Kompetenzen – und das ist blamabel. Für wen die Seligkeit nur am Mitspracherecht liegt, dem sei gesagt, der Klügere gibt nach. Es gibt doch wahrlich Wichtigeres in dieser Stadt zu diskutieren. Aber die Umbenennung dieses Platzes nur aufgrund eines Kompetenzgerangels zwischen Bezirksvertretung und Hauptausschuss schlicht platzen zu lassen, ist der Sache unwürdig und führt zu Spekulationen. 

Gabriele Hillmoth


Contra: Halbherzige Ehrung

Münster hat schlechte Erfahrungen mit Straßennamen machen müssen. Kein Wunder, dass die Stadt sich kaum noch traut, über Um- oder Neubenennungen zu diskutieren. Darum die Halbherzigkeit der guten Idee: Die Frage ist nämlich nicht, ob Bischof Reinhard Lettmann die posthume Würdigung durch einen Straßennamen verdient hätte (hat er, zweifellos). Sondern ob der kleine Platz hinter der Überwasserkirche geeignet wäre, seinen Namen zu tragen. Denn die Ehre eines Straßennamens ist doch erst dann überhaupt bemerkbar, wenn es die fragliche Straße wirklich gibt – samt Häusern, Anwohnern, Postkästen und Briefköpfen. Solange es nur um eine leere Kopfsteinpflaster-Fläche zwischen Überwasserkirchplatz, Spiekerhof und Spiegelturm geht, müsste sich die Ehrung in der Aufstellung eines Straßenschildes erschöpfen; wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Eine Gedenktafel würde den gleichen Zweck erfüllen. Wer diese Ehrung wirklich will, sollte schon über die Umbenennung des ganzen Überwasserkirchplatzes diskutieren. Wenn Reinhard-Lettmann-Platz, dann richtig.

Lukas Speckmann

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