Künstler zu Besuch in Münster
Gerhard Richter stellt Installation in der Dominikanerkirche vor

Münster -

Gerhard Richter stellt am Donnerstagnachmittag in Münster seine Pläne für eine Installation in der Dominikanerkirche vor. Der Kunst-Weltstar will das Werk der Stadt schenken.

Donnerstag, 30.11.2017, 15:15 Uhr aktualisiert: 30.11.2017, 16:23 Uhr
Gerhard Richter (l.) wurde am Donnerstag in der Dominikanerkirche empfangen. Foto: kal

Gerhard Richter, einer der bedeutendsten Künstler der Welt, ist heute in Münster. Zur Stunde hält er sich in der Dominikanerkirche an der Salzstraße auf, wo er ein Kunstwerk realisieren wird. Richter plant, in der Kuppel eine mehrteilige Installation mit einem Foucault`schen Pendel aufzuhängen. Der Rat hat dem Vorhaben bereits zugestimmt, nun befindet es sich in der Realisierungsphase. Richter will das Kunstwerk der Stadt schenken. Er wird bei seinem Münster-Besuch unter anderem von Oberbürgermeister Markus Lewe begleitet.

Richters sensationelles Geschenk war im September bekannt geworden. Zuvor hatten bereits im Verborgenen die Drähte zwischen Münster und Köln geglüht, wo der 85-jährige Richter sein Atelier hat. Vorausgegangen war ein Tipp des Richter-Freunds und Skulptur-Projekte-Machers Kasper König, der Münsters Kulturdezernentin schnell zum Telefonhörer greifen ließ. Cornelia Wilkens erlebte nach eigenem Bekunden am anderen Ende der Leitung „einen sehr angenehmen Menschen, zurückhaltend, nicht arrogant, mit feinsinnigem Humor“.

Gerhard Richter - einer der weltweit bedeutendsten Maler

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  • Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren, nach seiner Flucht in den Westen 1961 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo Richter später dann eine Professur bekam. Auf dem Foto steht der Künstler im Jahr 2013 vor seinem Gemälde Strip (930-2) in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden.

    Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren, nach seiner Flucht in den Westen 1961 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo Richter später dann eine Professur bekam. Auf dem Foto steht der Künstler im Jahr 2013 vor seinem Gemälde Strip (930-2) in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden.

    Foto: Hendrik Schmidt
  • Als Richters größtes Verdienst gilt es, der Malerei in den 60er Jahren wieder neue Relevanz gegeben zu haben. Auf dem Foto ist sein Bild "Abstrakt" zu sehen.

    Foto: Oliver Berg
  • Zu Beginn von Richters Laufbahn in den 60er Jahren sprachen viele Kunst-Experten vom Ende der Malerei, denn wenn es um realistische Abbildungen ging, war die Fotografie überlegen. In Gerhard Richter sehen viele Kunsthistoriker denjenigen, der am stärksten dazu beigetragen hat, der Malerei eine neue Bedeutung gegeben zu haben.

    Foto: Federico Gambarini
  • Gerhard Richter ist ein Maler ohne Worte: Man hat ihn die Sphinx oder den großen Schweiger genannt, weil er seine Werke nicht erklärt. Diese Rätselhaftigkeit hat wohl zu seinem Ruf beigetragen. Zur Abbildung: 2016 wurde sein Werk "Tiger" im Museum Morsbroich in Leverkusen gezeigt.

    Foto: Monika Skolimowska
  • Als „Europas größten Maler“ bezeichnete ihn die „New York Times“, der „Guardian“ rühmte ihn als „Picasso des 21. Jahrhunderts“. Das Foto zeigt den Künstler im Jahr 2010 vor einer seiner Arbeiten im Dresdner Albertinum.

    Foto: Dietrich Flechtner
  • Richters Atelier befindet sich in einem bunkerähnlichen Riegelbau im Villenviertel Köln-Hahnwald. Er schirmt das dahinterliegende Wohnhaus ab. Der Künstler lebt dort mit seiner dritten Frau Sabine Moritz und dem jüngsten Sohn Theodor. Die Aufnahme zeigt ihn im Jahr 2016 in Köln in seinem Atelier vor einem seiner Bilder.

    Foto: Oliver Berg
  • Für Richters meistbewundertes Werk muss man keinen Eintritt zahlen. Es ist das 19 Meter hohe Fenster im südlichen Querhaus des Kölner Doms. Richter hat Sympathien für die Kirche, aber er glaubt nicht an Gott.

    Foto: dpa
  • Gerhard Richter wird in internationalen Rankings seit vielen Jahren als einer der weltweit einflussreichsten Künstler eingestuft. Auch im Ranking „Kunstkompass 2017“ wird er seit vielen Jahren als wichtigster Künstler geführt.

    Foto: Arno Burgi
  • Kunstwerke von Gerhard Richter gehören zu den teuersten der Welt. Es sei beängstigend, dass seine Kunst und sogar von ihm signierte Postkarten auf dem Markt Höchstsummen erzielten: „Eine erschreckende Entwicklung“, sagte Richter in einem Interview mit der „Die Zeit“. Hier steht Richter im Jahr 2009 in Duisburg vor seinem Werk "18 Farben".

    Foto: dpa
  • Die horrenden Preise für seine Bilder seien ein Beleg dafür, „wie irrsinnig sich der Kunstmarkt entwickelt hat“, sagte Gerhard Richter. Sie hätten mit dem Werk nichts zu tun. „Das ist doch reiner Personenkult“, meint der Künstler.

    Foto: Oliver Berg
  • Ein Beispiel: Das Werk „Abstraktes Bild“ von Gerhard Richter hat 2012 in London bei einer Auktion einen Rekordpreis von umgerechnet 41 Millionen Euro erzielt. Damit habe Richter Maßstäbe für lebende europäische Künstler gesetzt, teilte das Auktionshaus Sotheby‘s nach der Versteigerung mit.

    Foto: dpa

Vom ersten möglichen Ausstellungsort soll sich Richter, dessen Kunstwerke bei Auktionen Euro-Preise im zweistelligen Millionenbereich erzielen, bei einem Münster-Besuch vor einigen Monaten nur mäßig begeistert gezeigt haben. Nach der Gasometer-Visite folgte der Treffer: „Ich hatte dann die Idee, dass wir ihm mal die Dominikanerkirche zeigen“, so Wilkens. Von diesem Ort habe er sich sofort begeistert gezeigt.

Erst vor wenigen Wochen war die Dominikanerkirche profaniert worden, sie ist damit kein Gotteshaus mehr. Mit dem Kunstwerk soll sie allerdings nicht zu einem Museum werden. Auch weiterhin sollen dort Konzerte und Lesungen stattfinden.

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