Münsters Bahnhofsquartier Westfalen verkauft Problem-Areal

Münster -

Die Westfalen AG hat ihr ehemaliges Tankstellen-Grundstück an der Von-Steuben-Straße an einen Investor verkauft. Der plant dort nun ein Wohn- und Geschäftshaus.

Von Martin Kalitschke
Auf dem ehemaligen Tankstellen-Grundstück der Westfalen AG wird nun die Pro Urban aus Meppen bauen.
Auf dem ehemaligen Tankstellen-Grundstück der Westfalen AG wird nun die Pro Urban aus Meppen bauen. Foto: Oliver Werner

Die Ungewissheit um die künftige Nutzung des früheren Tankstellen-Geländes an der Von-Steuben-Straße ist beendet. Die Westfalen AG wird dort – anders als bislang angenommen – nicht etwa selbst ein Neubauprojekt realisieren. Stattdessen hat sie das Grundstück nun veräußert – und zwar an die Pro Urban AG. Dies teilte das in Meppen ansässige Unternehmen am Mittwoch mit. Auf dem Gelände soll ein Wohn- und Geschäftskomplex errichtet werden, berichtet Vorstand Raphael Wellen.

Für die Pro Urban AG ist es bereits das zweite Großprojekt in Bahnhofsnähe. Erst vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen ein Grundstück direkt gegenüber des ehemaligen Tankstellen-Areals in der „kleinen“ Bahnhofstraße – neben der Bahnhofspost – erworben.

93 Wohneinheiten

Die Bauarbeiten für das siebengeschossige Gebäude „Universe“ mit 93 Wohneinheiten haben bereits begonnen. Aktuell wird die Baugrube ausgehoben, zeitnah sollen die Rohbauarbeiten beginnen, berichtet Raphael Wellen. 2019 soll der Komplex fertiggestellt sein. Pro Urban nimmt dafür 17 Millionen Euro in die Hand.

Wie es mit dem ehemaligen Tankstellen-Gelände weitergeht, dazu hatte sich die Westfalen AG in der Vergangenheit bedeckt gehalten. Im Quartier kursierte immer wieder das Gerücht von einem Projekt namens „Westfalenhöfe“, hinter dem sich ein repräsentatives, mehrgeschossiges Gebäude verbergen sollte. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es von der Westfalen AG jedoch nie.

Abschluss bis 2020

Nun ist also die Meppener Pro Urban am Zug. „Die Transaktion des Grundstücks verlief perfekt und ist abgeschlossen“, sagt Wellen. „Jetzt beginnt die Arbeit.“ Zur künftigen Nutzung ist bislang so viel bekannt: Die Pro Urban plant einen Neubau mit gewerblichen Flächen – wie zum Beispiel einem Supermarkt – sowie kleine Ein- bis Zwei-Zimmer-Appartements, wie sie auch direkt gegenüber im Projekt „Universe“ entstehen. Die Planungs- und Abstimmungsarbeiten sollen im August oder September beginnen. Der Baubeginn ist noch ungewiss, das Unternehmen hofft aber, dass das Vorhaben bis 2020 abgeschlossen werden kann.

Der Investor will weitere Grundstücksankäufe im Bahnhofsviertel nicht ausschließen. „Die Lage ist top zentral und damit sehr attraktiv“, unterstreicht Wellen, der fest davon ausgeht, dass sich das Quartier in den kommenden Jahren positiv entwickeln wird.

Drogenkonsumenten und Dealer

Aktuell sorgt das Grundstück hingegen eher für Negativ-Schlagzeilen. So gingen Anwohner an die Öffentlichkeit und kritisierten, dass sich auf dem ehemaligen Tankstellen-Areal zunehmend Drogenkonsumenten und Dealer aufhalten. Wellen versprach am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung, dass sein Unternehmen das Grundstück künftig „bestmöglich“ sichern werde.

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