"Szene" im Bahnhofsviertel Immobilien- und Standortgemeinschaft: „Gespräch mit Betroffenen suchen“

Münster -

Die ISG Bahnhofsviertel plädiert dafür, das Gespräch mit der „Szene“ im Bahnhofsviertel zu suchen, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Von Martin Kalitschke
Gebhard von und zur Mühlen
Gebhard von und zur Mühlen Foto: bn

Die Zeiten, in denen sich die Obdachlosen-, Trinker- und Drogenszene vor allem auf den Bremer Platz konzentrierte, sind auch nach Einschätzung der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel vorbei. „Diese Szene hat sich in letzter Zeit zunehmend in verschiedene Richtungen aufgeteilt“, betont Gebhard von und zur Mühlen. Er ist Vorsitzender der ISG, die die Interessen von rund 260 Gewerbetreibenden und Freiberuflern vertritt.

Das Gespräch mit den Betroffenen suchen

Diese Entwicklung werde auch von ISG-Mitgliedern registriert – und mit Sorge betrachtet. So haben inzwischen einige Immobilienbesitzer ihre Höfe durch Tore geschlossen, an anderen Stellen wurden Bewegungsmelder angebracht. Gleichwohl gehe es nicht darum, Angehörige der Szenen einfach zu vertreiben, betont von und zur Mühlen. Er appelliert, gemeinsam mit den Vertretern der Ordnungspartnerschaft Bahnhofsviertel – der die ISG angehört –, das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen.

„So haben wir es auch bei den Punkern in der Windthorststraße gemacht.“ Dass sich im Bahnhofsviertel auch Personen aufhalten, die man in der Innenstadt eher weniger findet, sei nun einmal für ein solches Quartier typisch, und das werde man auch nicht grundsätzlich ändern können, glaubt er.

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Gleichwohl verweist er auf Erfolge der vergangenen Zeit. So seien problematische Brennpunkte – auch nach Intervention der Polizei – an Berliner Platz und Achtermann- sowie Urbanstraße inzwischen verschwunden. Zugleich seien neue Schwerpunkte aufgetaucht. Von und zur Mühlen rechnet damit, dass mit Beginn der Bauarbeiten am Bremer Platz eine erneute Verlagerung der Szene – zum Beispiel in Richtung Engelenschanze oder sogar Richtung Hafen – ausgelöst werden könnte.

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