Herzenswünsche-Projekt Abenteuer in schwedischer Wildnis

Münster -

Herzenswünsche ermöglicht drei krebskranken Jugendlichen eine Woche in „schwedischer Wildnis“: Abenteuer pur zum Kraft tanken und Selbstvertrauen aufbauen.

Von Martina Döbbe
Das Trio lernt in Schweden, einen Husky-Schlitten zu steuern.  
Das Trio lernt in Schweden, einen Husky-Schlitten zu steuern.  

Heizung? Fehlanzeige. Strom? Gibt’s nicht. Holz hacken ist angesagt, damit der Ofen glüht. Und das Smartphone bleibt stumm. Noch vor dem Frühstück werden Hundehaufen eingesammelt, damit das Husky-Gehege tipptopp sauber ist. „Erst kommt der Hund, dann der Mensch“, lautet die Devise.

Einschränkung, Verzicht, karges Einsiedlerleben? Keineswegs – für Jan, Marlon und Alex ist das Abenteuer pur. Mit drei Begleitern und über 20 Huskys verbringen sie eine Woche in Schweden, weitab jeglicher Zivilisation.

Abenteuer in der Wildnis

„Herzenswünsche“ hat den drei krebskranken 15- und 16-Jährigen dieses außergewöhnliche Projekt ermöglicht. „Es hilft ihnen, ihre Stärken wieder zu entdecken, neues Selbstvertrauen aufzubauen, Kraft zu tanken für den Alltag“, unterstreicht Gerd Häcke das Ziel.

Seit über zwei Jahrzehnten engagiert er sich im Verein für schwer kranke Kinder und Jugendliche, ist oft dabei, wenn scheinbar Unmögliches möglich wird, wenn große und kleine Wünsche in Erfüllung gehen, wenn die Augen der jungen Patienten strahlen, und sie ihre Krankheit einfach mal vergessen dürfen.

Die „schwedische Wildnis“ aber erlebt auch Gerd Häcke als ganz neue Herausforderung in seinem ehrenamtlichen Einsatz. „Wir haben in der Natur mit der Natur gelebt“, sagt er begeistert.

Husky-Zucht eines Müsteraners

Der Münsteraner Jochen Mendel, dessen Leidenschaft die Husky-Zucht ist und der zu diesem Zweck in der Nähe von Särna vier Hütten umgebaut hat, bietet den Rahmen für diese ganz besondere Exkursion. „Wir wohnen bei ihm, er zeigt uns das Leben mit seinen Hunden, bindet die Jugendlichen ein, wir waren in einer völlig anderen Welt“, fasst Gerd Häcke seine Eindrücke zusammen.

Besonders wichtig sei das für die Jugendlichen, die viele Klinikaufenthalte und Therapien hinter sich haben, die oft ein normales Leben überhaupt nicht mehr kennen.

Die Anreise

Anderthalb Tage dauert allein die Anreise: Mit dem Auto nach Kiel, dann auf die Fähre, weiter mit dem eigens von Beresa als Sponsor gestellten Wagen bis ins tief verschneite Schweden. „Fünf Kilometer vor dem Hüttendorf mussten wir das Auto stehen lassen, Jochen hat uns mit Motorschlitten und Anhänger abgeholt.“

Empfangen werden die Besucher schon von weitem mit lautem Hundegebell: „Über 20 Huskys, die machen schon ordentlich Krach . . .“, schmunzelt Häcke. Die Hunde lieben Körperkontakt und Kuscheln, erzählt er – und so streifen die Gäste aus Deutschland schnell wetterfeste Overalls über, und ab geht es in das Husky-Gehege, um mit den Vierbeinern Freundschaft zu schließen.

Emotionale Atmosphäre

Alex, Jan und Marlon lernen, wie man einen Schlitten mit Huskys steuert, sie bauen ein Iglu – aber vor allem: „Sie öffnen ihr Herz, sie erzählen von Sorgen, von Ängsten, aber auch von Plänen und Wünschen“, beschreibt Gerd Häcke die sehr emotionale Atmosphäre.

Besonders am letzten Abend, denn da wünscht sich das Trio von Herzen einen Schneesturm. Gerd Häcke glaubt, er hört nicht richtig. „Doch“, sagen die Jungs, „ein Schneesturm wäre toll, dann müssen wir morgen nicht abreisen.“

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