Ärger über Stadtwerke Keine Antwort auf die Bus-Kritik

Münster -

Wer vier Mal täglich mit dem Bus fährt, dem entgeht kein Fehler. Ein treuer Fahrgast meldet sich deshalb oft bei den Stadtwerken – und bekommt nach eigener Darstellung kaum eine Antwort.

Von Gabriele Hillmoth
Probleme mit den Monitoren in den Stadtbussen gibt es in den Fahrzeugen aus den Jahren 2009 und 2010. Aber angeblich soll der Softwarefehler wieder behoben sein.
Probleme mit den Monitoren in den Stadtbussen gibt es in den Fahrzeugen aus den Jahren 2009 und 2010. Aber angeblich soll der Softwarefehler wieder behoben sein. Foto: gh

Jürgen Rickert ist treuer Kunde der Stadt­werke. Seit dem Jahr 2008 fährt er täglich vier Mal mit einem Stadtbus von Hiltrup mit Umsteigen zu seinem Ziel im Gewerbegebiet Höltenweg und zurück.

Aber nicht jede Fahrt geht glatt über die Bühne. Der Fahrgast ist aufmerksam und teilt seine Kritik auch den Stadtwerken mit. Nur fühlt sich der 58-Jährige von dem Unternehmen nicht ernst ­genommen, wartet seit Monaten auf eine Antwort der Beschwerdestelle.

Stadtwerke-Sprecher Florian Adler bedauert dies. „Das ist nicht in unserem ­Interesse. Beschwerden sind für uns wertvoll“, so Adler.

Mangelhafte Bordmonitore

Seit April 2016 stellt Jürgen Rickert beispielsweise fest, dass Bordmonitore in verschiedenen Bussen der Stadtwerke und deren Partnerunternehmen nicht richtig funktionierten. Entweder zeigen die Monitore eine ­falsche Richtung an oder bleiben dunkel, zählt der ­gelernte Einzelhandelskaufmann die Fehler auf.

Der ­58-Jährige bekam im November 2016 die letzte ­Antwort vom Beschwerde­management der Stadtwerke. Darin hieß es, so Rickert, dass es sich bei den Monitoren um einen Softwarefehler gehandelt habe, dieser aber jetzt behoben sei. Jürgen ­Rickert widerspricht. Erst in der vergangenen Woche sah er wieder einen mangelhaften Monitor.

Der Hiltruper fährt täglich mit den Linien 1, 17 und 9. Florian Adler ­bestätigt, dass das Probleme in den beiden Busjahrgängen von 2009 und 2010 bekannt sei. Betroffen sind nach Angaben des Sprechers rund 15 von 180 Bussen der Stadtwerke und der Partnerfirmen.

Der Hersteller der Monitore habe jetzt im April ver­sichert, dass der Fehler behoben sei. Adler bittet in diesem Zusammenhang Fahrgäste, die einen Ausfall bemerkten, den Fehler gleich dem Fahrer zu melden. Bei 400 bis 500 Monitoren in den Bussen könne durchaus mal ein Problem auftauchen.

Nicht funktionierende Scanner

Der Hiltruper Jürgen ­Rickert hat aber auch die ­Erfahrung gemacht, dass Scanner für Tickets in Bussen nicht funktionierten. In einem solchen Fall, sagt ­Florian Adler, darf der Gast mit seinem 90-Minuten- Ticket kostenlos fahren. „Das ist unser Problem, darunter darf der Fahrgast nicht leiden“, fügt er hinzu.

Rickert berichtet, dass Busfahrer trotz eines Signaldrucks auf den Halteknopf einfach weiterfahren würden. Auch komme es vor, so Rickert, dass Fahrgäste an einer Haltestelle stehen­gelassen würden und seine Buslinie schon morgens um kurz nach sechs Uhr mit zehnminütiger Verspätung komme.

Fehlendes Licht an Haltestellen

Der 58-Jährige betont ausdrücklich, dass er mit seiner Kritik niemandem etwas auswischen möchte, er aber schon eine Antwort auf seine Mails an die Stadtwerke erwarte. Als fast beleidigend empfindet er eine Antwort auf seinen Hinweis, dass in einer Haltestelle in Hiltrup Licht fehle. Es sei ihm bewusst, dass diese Kritik eigentlich an die Halte­stellenbetreiber und damit an die Firma Wall gerichtet werden müsste. Rickert schrieb dennoch an die Stadtwerke.

Die Antwort: ­Eigentlich funktioniere das Licht, aber wenn es jetzt nicht funktionieren würde, dann in drei Tagen. Und wenn es dann immer noch nicht funktioniere, dann möge er sich noch einmal melden.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4806593?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F