„Sebel-Sonntag“ mit Arezoo Rezvani und Nippy Noya Weltmusik vom Feinsten

Münster -

Das war ein spannender „Sebel-Sonntag“ statt „-Montag“ mit zwei Fragezeichen statt einem – und internationalen Gästen. Zu Beginn heizte Sebel selbst die Stimmung im gut gefüllten Jovel-Club mit der fünfköpfigen Jovel-Hausband an.

Von Maria Conlan
Auf der Bühne entstand ein fantastischer Improvisationsgroove dank Arezoo Rezvani, Nippy Noya und der flexiblen Hausband des Jovel-Clubs.
Auf der Bühne entstand ein fantastischer Improvisationsgroove dank Arezoo Rezvani, Nippy Noya und der flexiblen Hausband des Jovel-Clubs. Foto: Maria Conlan

Dann wurde es leiser mit der Liedermacherin Jule Malischke aus Dresden, die drei Gitarren mitbrachte und bewies, dass sie dieses Instrument meisterhaft beherrscht, von Klassik über Country-Folk bis Jazz, mit eigenen Songs und neu arrangiertem Bekanntem. Die kurzen Umbaupausen überbrückte Sebel am „Bühnen-Küchentisch“ mit einem Vorstellungsplausch der Künstler.

Nach ruhiger Gitarrenmusik wurde ausgiebig dem Blues gehuldigt: Christian Bleiming (E-Piano) und Matt Walsh (Blues Harp und Gesang) brachten die Zuschauer zum Mitwippen und -klatschen. 2010 haben die beiden eine CD aufgenommen und treten seitdem immer mal wieder als Blues-Duo auf. Für Walsh war es seine Jovel-Club-Premiere.

Spannend wurde es, als Sebel das Doppel-Fragezeichen-Geheimnis lüftete mit der iranischen Sängerin und Musikerin Arezoo Rezvani und dem niederländischen Percussion-Zauberer Nippy Noya. Noya kam mit fünf Jahren aus Thailand nach Europa und stand als Perkussionist mit verschiedenen Künstlern auf der Bühne, darunter Roberto Blanco, Peter Maffay, Udo Lindenberg, Doldinger, Herbert Grönemeyer. In Münster begleitete er die Iranerin und dirigierte anschließend die Jovel-Hausband, indem er jedem ein Solo einräumte.

Arezoo lebt seit 16 Monaten in Deutschland. Sie glänzte auf zwei mitgebrachten Santurs und der großen persischen Rahmentrommel. Sie musiziert seit zehn Jahren, hat im Iran Musik studiert und hatte dort ihr eigenes Orchester. Dass beide nur „ein bisschen geprobt“ haben, wie Noya verriet, war dem Sound nicht anzumerken. Auf der Bühne entstand ein fantastischer Improvisationsgroove, Weltmusik vom Feinsten, Folk-Rock, der es in sich hatte, dank zwei exzellenter Künstler und einer flexiblen Hausband. Der Spaß und die Begeisterung stand den Musikern ins Gesicht geschrieben. Die Zuschauer wurden für ihren Applaus mit einer Zugabe belohnt.

Trotz des Sebel-Songs zu Beginn – „Scheiß auf die Disco“ – waren alle anschließend nach nebenan zum Tanz in den Mai eingeladen. Der nächste Sebel-Abend ist dann aber wirklich wieder montags.

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