Puppen- und Bärenmesse in der Halle Münsterland Premiere für die „Queens of Africa“

Münster -

Taofick Okoya nennt sich selbst „Creator und Designer“, auf der Puppen- und Bärenmesse am Wochenende in der Halle Münsterland fällt er zwischen 500 Ständen als Exot auf. Der Nigerianer präsentiert seine „Queens of Africa“ und sorgt damit in der eher traditionell gestrickten Sammlerszene für ein mittleres Erdbeben.

Von Helmut P. Etzkorn
„Queens of Africa“ und damit die ersten dunkelhäutigen Spielpuppen vom schwarzen Kontinent präsentierte Taofick Okoya auf der Puppen- und Bärenmesse. Auch Zeichner Antaolij Netkal begeisterte mit seinen tierischen Porträts.
„Queens of Africa“ und damit die ersten dunkelhäutigen Spielpuppen vom schwarzen Kontinent präsentierte Taofick Okoya auf der Puppen- und Bärenmesse. Auch Zeichner Antaolij Netkal begeisterte mit seinen tierischen Porträts. Foto: hpe

Erstmals bringt ein Puppenmacher Figuren heraus, die nicht die klassischen Gesichter in hellen Pastelltönen haben, sondern dunkelhäutig sind.

Auf die Idee, es einmal im heimischen Spielwaren-markt mit „Black Dolls“ zu versuchen, brachte ihn seine dreijährige Tochter Azeezah. „Sie war nicht wirklich glücklich, weil es in den Spielzeugläden bei uns ausschließlich weiße Puppen gab“, sagt Okoya. Und er setzte das „traditionell afrikanische Erscheinungsbild“ in Plastik als Spielpuppe um. Bei der Kleidung orientierte Okoya sich an einheimischen Outfits, wie sie von jungen Mädchen in den Großstädten getragen werden. „Ich will mit meinen Figuren auch so etwas wie ein positiver Botschafter für die afrikanische Kultur sein“, meint der Puppenkünstler. Nach anfänglicher Skepsis bei den Händlern, die lieber auf die Barbie-Puppen aus den USA setzten, kann sich Okoya nach eigener Einschätzung inzwischen am Markt gut behaupten. Jetzt will er Europa mit seinen „Queens of Africa“ begeistern. Auf der Messe jedenfalls ist das Interesse an dem exotischen Spielzeug groß.

Dicht umlagert ist zwischen den vielen Ständen mit kleinen und großen Brummeltieren aus Plüsch in der Teddyhalle eine kleine Ecke am Rande der großen Ausstellerfläche. Dort porträtiert der ehemalige Universitätslehrer Anatolij Netkal, Inhaber einer Malschule in Detmold, kleine und große Bären mit dem Bleistift. Innerhalb weniger Minuten fixiert der Künstler die Lieblingskuscheltiere mit feinem Strich auf ein Blatt Papier. Die Zeichnungen sollen Bestandteil eines didaktischen Buches mit rund 500 bärigen Zeichnungen sein. „Die Kultur des Bleistiftzeichnens verschwindet immer mehr, dagegen will ich mit meiner Arbeit ein Zeichen setzen“, so Netkal.

Die Messe selbst war laut Veranstalter Jan Schönberg „ein voller Erfolg“. Rund 8500 Besucher interessierten sich für preisgekrönte Bären und facettenreiche Puppenkunst.

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