Gastronomie und Einzelhandel im Ortskern Handorf in Bewegung

Münster-Handorf -

Planungsamt und Bauordnungsamt skizzierten in der BV Ost die Entwicklung im Handorfer Ortskern: Der Ort verändert sich, Gastronomie und Einzelhandel sind spürbar unter Druck.

Von Lukas Speckmann
So könnte der Nachfolgebau des „Deutschen Vaters“ aussehen. Der Gestaltungsbeirat diskutiert am Dienstag darüber.
So könnte der Nachfolgebau des „Deutschen Vaters“ aussehen. Der Gestaltungsbeirat diskutiert am Dienstag darüber. Foto: GIG

Der Handorfer Ortskern verändert sich offenbar noch deutlicher als bisher angenommen: Das wurde in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Ost deutlich; Vertreter von Bauordnungsamt, Stadtplanungsamt und Investoren skizzierten vor zahlreichen Zuhörern die bevorstehende Entwicklung.

Hotel Eynck/„Deutscher Vater“: Die Abrissgenehmigung liegt vor, Hotel und Restaurant müssen ihren Betrieb Ende Mai einstellen. Die Firma GIG Immobilien aus Greven stellte den Entwurf eines Neubaus vor: Das neue Gebäude schließt an die vorhandene Bebauung an, beansprucht also weniger Platz als der Altbau. In den Obergeschossen sind 14 Wohnungen unterschiedlicher Größe geplant. Im Erdgeschoss ist neben einer Einfahrt zur Tiefgarage und dem Hauseingang eine Gewerbefläche von 230 Quadratmetern vorgesehen – idealerweise für Gastronomie. Die Planung ist noch nicht abgeschlossen. Investor Sven Wismann möchte Anfang 2018 mit dem Bau beginnen.

Handorfer Straße: Elke Lutter vom Bauordnungsamt berichtete, dass seit Kurzem ein Antrag auf Umbau des Gebäudes Handorfer Straße 19/20 vorliege: Geplant sei die Aufstockung auf fünf Geschosse, dazu eine Einzelhandelsfläche von 1200 Quadratmetern sowie eine Tiefgarage. Das Projekt müsse wegen seiner Größe und der sehr zentralen Lage kritisch geprüft werden, betonte Lutter. Nach den Sommerferien wisse man mehr.

Dorbaumstraße: Reinhard Hopp vom Stadtplanungsamt bestätigte, dass grundsätzlich mit dem Verlust von Wersehof und Edeka Rotthowe zu rechnen sei. Der Grundstückeigentümer habe in diesem Mischgebiet einen konkreten Bauantrag für reine Wohnbebauung gestellt, mittlerweile aber signalisiert, den Antrag ruhen zu lassen. Die Stadt werde alles dafür tun, einen Lebensmittelnahversorger im Ortskern zu erhalten, versicherte Hopp. Durch die Änderung des Bebauungsplanes habe man zwei Jahre Zeit gewonnen, um gemeinsam eine Lösung zu entwickeln. Ein großer Lebensmittelmarkt im Erdgeschoss eines Neubaus und darüber Wohnungen: „das ist unsere Zielvorstellung für diesen Standort“.

Borggreveweg: Mit großer Mehrheit plädierte die BV Ost dafür, an diesem Standort perspektivisch die Ansiedlung eines Nahversorgers zuzulassen – obwohl Stadtverwaltung und Kaufmannschaft dringend dazu raten, sich auf den Ortskern zu konzentrieren. Die Politiker rechnen demnach mit der Möglichkeit, dass der Lebensmittehandel ganz aus dem Handorfer Ortskern verschwinden könnte und wollen die Fläche zwischen Handorf und Dorbaum als Notnagel behalten.

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