Koningsdag im Rathaus gefeiert Symbol für Europas Nachbarschaft

Münster -

Münster feierte den Koningsdag im Rathaus: Der niederländische Honorarkonsul Dr. Eduard Hüffer und seine Frau Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer begrüßten 200 Vertreter des öffentlichen Lebens, um mit ihnen auf den 50. Geburtstag von König Willem-Alexander anzustoßen.

Von Ralf Repöhler
„Hoog leve de Koning“ (v.l.): der niederländische Honorarkonsul Dr. Eduard Hüffer und Frau Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer, Enschedes Bürgermeister Dr. Onno van Veldhuizen mit Ehefrau Karin sowie Maria und OB Markus Lewe.
„Hoog leve de Koning“ (v.l.): der niederländische Honorarkonsul Dr. Eduard Hüffer und Frau Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer, Enschedes Bürgermeister Dr. Onno van Veldhuizen mit Ehefrau Karin sowie Maria und OB Markus Lewe. Foto: Oliver Werner

Die Stadt Münster ist mit dem Westfälischen Frieden von 1648 nicht nur die Wiege der Niederlande. „Münster“, sagt Enschedes Bürgermeister Dr. Onno van Veldhuizen, „ist die niederländischste Stadt Deutschlands. Das sollten Sie feiern, und das machen Sie auch.“

Städte miteinander verknüpfen

Nicht nur mit dem Koningsdag am Donnerstagabend zu Ehren von König Willem-Alexander, der gestern 50 Jahre alt wurde. Sondern auch mit einer engeren Zusammenarbeit unter anderem in den Feldern Wissenschaft, Kultur und Sport. Onno van Veldhuizen regte als Festredner des Koningsdages an, die Städtefreundschaft über die Grenze hinweg auszubauen.

Seine Idee ist es, einen Bürgerverein Münster / Enschede zu gründen, um beide Städte besser miteinander zu verknüpfen. Es wäre ein Symbol für die Nachbarschaft in Europa. „Wir brauchen das dringend. Es ist eine Frage der Initiative, des Anfangs und des Durchhaltens“, so der Bürgermeister aus Enschede. In der 160 000 Einwohner großen Stadt wird für September „die tolle Woche“ organisiert, bei der Münster eine Rolle spielen und sich präsentieren soll.

Schreibtisch-Wechsel auch in Zukunft

Der niederländische Honorarkonsul in Münster, Dr. Eduard Hüffer, und seine Frau Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer begrüßten rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft im Rathaus. Sie alle erhoben das Glas zu Ehren von König Willem-Alexander, der seinen Geburtstag im niederländischen Tilburg feierte: „Hoog leve de Koning. Hiep, hiep – hoera!“

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So waren die Wiedertäufer Holländer. Verzeihung!

Onno van Veldhuizen

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Seine Majestät hätte seine helle Freude daran, wie sehr Münster und Enschede ihre Freundschaft pflegen wollen. Hüffer betonte, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ein großes Anliegen von König Willem-Alexander sei. Onno van Veldhuizen, der als Jurist in Osnabrück promoviert hatte, erinnerte daran, dass er und Oberbürgermeister Markus Lewe erst im vergangenen Monat für zwei Tage ihre Arbeitsplätze miteinander getauscht hätten. „Insofern hält heute ein ehemaliger OB von Münster eine ­Rede“, betonte van Veldhuizen. Die beiden Austauschbürgermeister wollen diese Schreibtisch-Wechsel auch in Zukunft fortsetzen.

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Beide Länder seien als ­geschichtliche Spiegelbilder miteinander verbunden, was auch in Münsters Geschichte immer wieder zu spüren sei. „So waren die Wiedertäufer Holländer. Verzeihung!“, sagte van Veldhuizen mit einem Augenzwinkern.

Hüffer berichtete, dass die Provinzen Gelderland und Overijssel, die beide an das Münsterland angrenzen, eine gemeinsame Deutschland-Strategie erarbeitet hätten. Damit soll die Zusammenarbeit zu den Nachbarn strukturiert werden. Der durch Enschedes Bürgermeister angestoßene Bürgerverein könnte als „eine Plattform für den bürgerschaft­lichen und gesellschaft­lichen Dialog“ entstehen.

In seinem niederländischen Jahresrückblick erinnerte Hüffer vor allem an die Parlamentswahl im Nachbarland, die als „Gradmesser für Europa“ eine international nie da gewesene Aufmerksamkeit erfahren und bei der die Partei von Ministerpräsident Mark Rutte die meisten Stimmen bekommen hatte. Der Rechtspopulist Geert Wilders bleibt weiter in der Opposition.

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