Münsterinitiative Thema Tod mit Leben füllen

Münster -

Münsterinitiative heißt eine neue Kampagne, deren Initiator Dr. Stefan Nacke ist. Unterstützt von dem Domfreunden startet er ein Projekt, das die Palliativversorgung in Münster voranbringen möchte.

Von Martina Döbbe
Das Thema Palliativversorgung  wollen Dr. Stefan Nacke (l.) und Peter Glahn von den Domfreunden in Münster voranbringen.
Das Thema Palliativversorgung  wollen Dr. Stefan Nacke (l.) und Peter Glahn von den Domfreunden in Münster voranbringen. Foto: Wilfried Gerharz

Das Thema Tod mit Leben füllen: Dr. Stefan Nacke und Peter Glahn machen sich dafür gemeinsam auf den Weg. Und haben sich dabei nicht nur ein Ziel, sondern gleich drei Ziele gesetzt. Am heutigen Freitag stellen sie ihre Gedanken bei einer Auftaktkonferenz vor: „Palliativversorgung sichert Lebensqualität“ ist der Leitgedanke, mit dem sich Teilnehmer aus Medizin, Hospizen, Palliativnetz, aus Kirche, Krankenhäusern und vielen Institutionen auseinandersetzen werden.

Großes Herzensanliegen der beiden: „Den Menschen in dieser Stadt die Möglichkeiten der Palliativangebote aufzeigen, ihnen deutlich machen, was Palliativversorgung überhaupt bedeutet, und warum es für jeden wichtig ist, sich mit Themen wie Sterben, Umgang mit Krankheit und Tod zu befassen.“ Und weil dieses Konzept hier vor Ort angesiedelt und umgesetzt werden soll, hat es auch den entsprechenden Namen: „Münsterinitiative“.

Dr. Stefan Nacke stellt dabei gleich zu Beginn klar: „Ich mache das ausschließlich als Privatmann und überzeugter Christ.“ Der Hiltruper, der zurzeit von vielen CDU-Wahlplakaten blickt, trennt die Parteiarbeit komplett ab: „Ich wohne in Hiltrup, bin im Hiltruper Krankenhaus geboren, mein Sohn ist dort zur Welt gekommen.“ Nun ist es die Palliativstation des Krankenhauses, die er in den Fokus rücken möchte: „Sie muss dringend erweitert und neu gebaut werden, dafür werben wir auch um Spenden“, ist ein Ziel seiner Kampagne.

Und so ist auch Peter Glahn sein Weggefährte geworden. Der Geschäftsführer der Domfreunde ist über einen Vereinskollegen auf die Palliativstation und das Projekt aufmerksam geworden: „Wir unterstützen immer sehr gern soziale Initiativen, diese hier geht uns einfach alle an“, betont Glahn.

Dr. Stefan Nacke hat zudem aus seinem beruflichen Umfeld als Referent für Politik, Wirtschaft und Soziales beim Essener Bischof Franz-Josef Overbeck den Faden zu diesem Thema gesponnen: „Ich habe am Positionspapier zum Verbot der organisierten Sterbehilfe mitgearbeitet und mich intensiv damit auseinandergesetzt“, erläutert er seine Beweggründe. Es gehe ihm um Respekt, um Respekt vor dem Leben: „Es darf nicht sein, dass Menschen aus Angst vor einem einsamen, schmerzvollen Lebensende Suizid begehen.“ Die vielfältigen Angebote von Palliativbegleitung – ambulant oder stationär – seien wertvoll für die letzte Etappe des Lebens.

In Münster gebe es zwei Hospize, das Palliativnetz, zudem die Palliativstationen im Hiltruper Krankenhaus, in der Raphaelsklinik und im Franziskus-Hospital. Die Schmerzambulanz im Universitätsklinikum biete ebenfalls ein breites Spektrum der Hilfe.

Informations- und Gesprächsangebote, ein Architekten-Wettbewerb für die neue Palliativstation des Hiltruper Krankenhauses, vielleicht auch ein Forschungsstipendium, um das Thema Palliativversorgung wissenschaftlich zu begleiten – Dr. Stefan Nacke und Peter Glahn haben viele Ideen, das Thema in Münsters Bürgerschaft zu verankern. Zusätzliche Impulse, Anregungen und Gedanken erhoffen sie sich von der heutigen Konferenz: Wer Interesse hat, daran teilzunehmen und sich zu informieren, ist willkommen.

Der Startschuss fällt um 13 Uhr im Hiltruper Krankenhaus, Anmeldungen sind auch kurzfristig noch möglich unter nacke03@web.de

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4794032?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F