Grauer und Grüner Star Frühzeitig handeln

Münster -

Der Graue und der Grüne Star standen im Blickpunkt der jüngsten Abendvisite, bei der Prof. Dr. Nicole Eter und Dr. Julia Termühlen über Symptome und Behandlung informierten.

Von Martina Döbbe
Blickpunkt Auge: Redakteurin Gabriele Hillmoth (M.) begrüßte zur Abendvisite Prof. Dr. Nicole Eter (l.) und Dr. Julia Termühlen.
Blickpunkt Auge: Redakteurin Gabriele Hillmoth (M.) begrüßte zur Abendvisite Prof. Dr. Nicole Eter (l.) und Dr. Julia Termühlen. Foto: Oliver Werner

Graue Haare, Grauer Star? Oder umgekehrt: Grauer Star, dann graue Haare? Die Reihenfolge ist nicht festgelegt, aber sicher ist: „Mit dem Alter steigt einfach das Risiko, einen Grauen Star zu bekommen“, betont Prof. Dr. Nicole Eter den Zusammenhang. Die Direktorin der Universitäts-Augenklinik erläuterte den Besuchern der Abendvisite Symptome, Diagnose und Therapie beim Grauen Star, Dr. Julia Termühlen übernahm den Info-Part, bei dem sich alles um den Grünen Star drehte. Fazit nach über eineinhalb Stunden: „Die Behandlungsmöglichkeiten bei beiden Augenerkrankungen werden immer noch besser, die Operationsmethoden verfeinert und die Erfolgsaussichten, bleibende Schäden zu verhindern, steigen an.“

Der Graue Star, eine Linsentrübung, wird 700 000 Mal im Jahr operiert. Wann der richtige Zeitpunkt für den Eingriff ist, das liege einzig und allein beim Patienten, unterstreicht Prof. Eter: „Ausschlaggebend ist meistens, wenn jemand in seinem Alltag nicht mehr zurechtkommt.“ Blendungsempfindlichkeit, Verschwommensehen, reduziertes Sehvermögen und Farbabschwächung, auch Doppeltsehen seien alles erste Hinweise auf einen möglichen Grauen Star. Bei der Operation, so demonstrierte die Fachmedizinerin in einem Film, wird den Betroffenen eine Kunstlinse eingesetzt. „Meistens passiert das ambulant bei örtlicher Betäubung.“ Die Operation selbst dauere etwa acht bis zehn Minuten.

Anders beim Grünen Star. Da sei der operative Eingriff oft erst das letzte Mittel in einer Behandlungskette. „Wichtig ist aber gerade beim Grünen Star, schnell zu reagieren. Eine frühzeitige Behandlung mindert das Risiko zu erblinden“, betont Dr. Julia Termühlen. Immer noch seien es in Deutschland jährlich etwa 1000 Männer und Frauen, die ihr Augenlicht durch den Grünen Star verlieren. Das Gefährliche daran: „Der Grüne Star ist schmerzlos, das Gesichtsfeld schrumpft meistens langsam, sodass die Einschränkungen sehr oft sehr spät bemerkt werden.“ Ein hoher Augeninnendruck sei ein Risiko für einen Grünen Star, deshalb sei die regelmäßige Messung auf jeden Fall eine gute Vorsorge. Auch beim Grünen Star steigt das Risiko mit zunehmendem Alter: „Bei den über 80-Jährigen sind etwa zehn bis 15 Prozent betroffen.“

Die Behandlung beginne zumeist mit Augentropfen, die den Innendruck senken, auch eine Laserbehandlung könne erfolgreich sein. Bei Operationen gebe es zunächst die Möglichkeit, einen Stent einzusetzen, ein winziges Implantat, das den Abfluss des aufgestauten Kammerwassers reguliere. Wenn ein neuer „Abfluss“ gelegt werden müsse, eine Trabekulektomie, dann müssten Patienten nach der Operation etwa drei bis vier Tage in der Klinik bleiben.

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