Ungewöhnlicher Einsatz Mit Kreissäge: Feuerwehr befreit Münsteranerin von ihren Ringen

Münster -

Die Werkstatt der Feuerwehr der Wache I am York-Ring war für Heike Hummer der letzte Rettungsanker. Sechs Feuerwehrleute kümmerten sich um die Münsteranerin und befreiten sie von zwei Edelstahl-Ringen.

Von Maria Meik
Heike Hummer dankt der Feuerwehr vom York-Ring, die sie von zwei festsitzenden Ringen mit einer speziellen Säge befreite.
Heike Hummer dankt der Feuerwehr vom York-Ring, die sie von zwei festsitzenden Ringen mit einer speziellen Säge befreite. Foto: Matthias Ahlke

Heike Hummer ist Feuer und Flamme für die Feuerwehr. Bei diesem nicht alltäglichen Einsatz gab es nichts zu löschen. Vielmehr musste etwas gelöst werden. Und zwar auf die ganz sanfte Tour. Mit einer kleinen Kreissäge befreite die Feuerwehr am York-Ring die Münsteranerin von zwei Ringen. Nicht etwa wegen einer Trennung, sondern wegen einer anstehenden Operation, vor der alles Metallische entfernt werden muss.

Ringe vom Finger zu ziehen, ist ja eigentlich kein Akt. Anders bei Heike Hummer. Zehn Jahre hatte sie ihre Ringe aus Edelstahl nicht ein einziges Mal abgestreift. „Sie gehörten einfach zu mir. Vor der OP wurde ich hektisch“, erzählt die 46-Jährige von ihrer Ring-Odyssee. Olivenöl, Shampoo, Seife, kaltes Wasser, die Hände in die Höhe, damit das Blut abfließt – Heike Hummer versuchte alles, um sich von ihren Ringen zu befreien. Doch Pustekuchen. Nichts ging.

Fehlanzeige mit Fadentrick

Ein Bekannter, der Rettungsassistent ist, setzte auf den Fadentrick. „Der hat leider auch nicht funktioniert. Der um die Ringfinger gewickelte Faden schnitt ein, und die Finger wurden blau“, berichtet Heike Hummer, die nach gleich Ostern operiert wurde und putzmunter wieder zu Hause im Kreuzviertel ist.

Um ihre Ringe loszuwerden, machte sie sich auf zum Juwelier. Der meinte jedoch, Edelstahl würde die Säge kaputtmachen. Die Beschäftigte im betrieblichen Gesundheitsmanagement bei der Bahn-BKK suchte die Orthopädietechnik auf. Auch hier versuchte man es mit dem Fadentrick. Wieder Fehlanzeige.

Keine neuen Ringe geplant

Weiter ging’s in die Notfallambulanz der Raphaelsklinik. Dort wurden Ringschneider zusammengesucht. Doch der Fingerschmuck saß wie angewachsen. Es gab nur kleine Ritze in den Ringen. Diese gescheiterte Befreiungsaktion bekamen zwei Notfallsanitäter von der Feuerwache II mit, die mit Tipps wie Vaseline und Fingerkühlen um die Ecke kamen – und mit der Werkstatt der Feuerwehr.

Da Heike Hummer unweit des York-Rings wohnt, hat sie bei der Feuerwache I angerufen und ihre missliche Lage geschildert. „Ich sollte vorbeikommen. Sechs nette Feuerwehrmänner haben sich rührend um mich gekümmert. Um Verletzungen zu vermeiden, wurde ein kleines Blech gebogen und unter die Ringe geschoben. Eine feuerfeste Jacke wurde ihr umgelegt und mit einer Dremel die Ringelei schließlich beendet. „Nach einer dreiviertel Stunde war der Spuk vorbei und ich heilfroh,“ ist die 46-Jährige der Feuerwehr unendlich dankbar.

Was neue Ringe angeht, lässt Heike Hummer erst einmal die Finger davon...

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