„Münster räumt auf 2017“
Kampf gegen den Müll im Grünen

Münster -

Entnadelte Weihnachtsbäume, Autoreifen, Ölkanister: Wenn im gesamten Stadtgebiet aufgeräumt wird, kommen allerlei Fundstücke zusammen. Am Samstag packten wieder 11 000 Freiwillige mit an.

Sonntag, 02.04.2017, 17:14 Uhr aktualisiert: 02.04.2017, 18:53 Uhr
Start für die Aktion „Sauberes Münster 2017“ am Samstag in Albachten: Die Helfer von Vereinen, Nachbarschaften und Familien bekamen ihre Ausrüstung für den Kampf gegen die Umweltverschmutzung von AWM-Chef Patrick Hasenkamp und Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson ausgehändigt. Foto: hpe

Tina Mai könnte eigentlich auch ein kleines Museum mit exotischen Exponaten ausstatten, die ihre fließigen Mithelfer so alle schon an Straßenrändern, auf Feldwegen und selbst im Wald entdeckt haben.

„Wir hatten mal eine selbst gebastelte Kanone, mit der man irgendwie Kartoffeln abschießen konnte. Aber auch Ausweise, nicht ganz entnadelte Weihnachtsbäume und Autoreifen gehören zu den Sammelstücken“, so Mai, die bei den Abfallwirtschaftsbetrieben (AWM) als Organisationsleiterin von „Sauberes Münster 2017“ zuständig ist für den Einsatz von rund 11 000 Freiwilligen, die zwischen dem 31. März und 6. April für Sauberkeit in der Natur sorgen. Ausgestattet mit Greifzangen, Handschuhen und Abfallsäcken gingen am Wochenende viele Vereine und Nachbarschaftsgruppen besonders in den Stadtteilen in den Großeinsatz gegen die Hinterlassenschaften der Umweltsünder. „Leider sind auch immer wieder Ölkanister, Kühlschränke und Farbeimer darunter. Das ist dann Sondermüll und belastet die Natur besonders heftig“, so AWM-Chef Patrick Hasenkamp. Am Samstag früh gehörte er zu den Freiwilligen, die ab Hof Schulze-Blasum in Albachten ausschwärmten. Nicht ohne ein dickes Lob von Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson: „Münster ist und bleibt so lebenswert, weil viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren. Diese Aktion gehört zweifelsfrei dazu.“

Und ehe sich Sänger, Feuerwehrleute, Schützenbrüder, Reiter, Jäger und Parteimitglieder in Bewegung setzten, gab es noch Hinweise von Hasenkamp. „Tierkadaver und sperrige Sachen liegen lassen und kennzeichnen, dann kommt ein Fahrzeug von uns“, so Hasenkamp.

An der seit über einem Jahrzehnt erfolgreiche Aktion beteiligen sich 280 Gruppen von der Kita bis zur Seniorenriege. „Besonders bei den jungen Sammlern ist uns natürlich der pädagogische Ansatz wichtig. Wer einmal für andere Menschen, den Müll weggeräumt hat, spricht solche Umweltfrevler beim nächsten mal auch gezielt an“, so Mai. Im vergangenen Jahr wurden übrigens 33 Tonnen Abfall eingesammelt.

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