Versammlung der Kleingärtner
Gefahr für die „grünen Lungen“

Münster -

Weil Bauland knapp ist und Münster weiter wächst, fürchten die Kleingärtner um den Fortbestand ihrer Anlagen.

Montag, 20.03.2017, 08:37 Uhr aktualisiert: 20.03.2017, 08:40 Uhr
Stadtverbandsvorsitzender Horst Stronk warnte bei der Mitgliederversammlung der Kleingärtner vor der Gefahr, dass in Zeiten eines wachsenden Bedarfs an Bauland in Münster die Kleingärten ihre Berechtigung verlieren könnten. Foto: hpe

Münsters Kleingärtner befürchten, in einer rasant wachsenden Stadt Münster mit einem immer höher werdenden Bedarf an bezahlbaren Baugrundstücken irgendwann auf der Verliererseite zu stehen. „Wir müssen bei der städtebaulichen Entwicklung aufpassen, dass bei Nutzungsänderungen nicht aus Kleingartenanlagen Bauland wird“, meinte Vorsitzender Horst Stronk jetzt bei der Mitgliederversammlung des Stadt- und Bezirksverbandes in der Stadthalle Hiltrup.

Anbau von Obst- und Gemüse im Vordergrund

Vor 150 Delegierten aus den 55 innerstädtischen Anlagen nannte Stronk als Beispiel den Ausbau der Umgehungsstraße B 51 . Kleingärten der Anlagen Damaschke und Morgensonne Post sowie demnächst Friedland werden für den Aus- und Neubau der Straße beschnitten, teilweise führen die neuen Autoverbindungen quer durch das angestammte Gartenareal.

Kritik und mahnende Hinweise gab es aber in diesem Zusammenhang auch an die eigenen Mitglieder. „Wir dürfen der Politik auch keine Berechtigung liefern, die Daseinsberechtigung unserer Anlagen zur Disposition zu stellen“, so Stronk. Konkret bemängelte er in vielen Parzellen zu große Rasenflächen und Lauben mit Anbauten, die schon eher die Größe einer Datscha angenommen hätten. Statt der zunehmenden Gestaltung von Freizeitgärten müsse der biologische Anbau von Obst- und Gemüse als Beitrag zum Natur- und Artenschutz im Vordergrund stehen.

Treffpunkt der Kulturen

Die „kleinen, grünen Lungen in der Stadt“ (Stronk) haben sich laut Vorstand als Treffpunkt der Kulturen bewährt. „Während andere über Flüchtlings-Integration reden, wird sie bei uns in den Anlagen gelebt“, so der Vorsitzende.

Immer mehr Familie interessieren sich für einen Kleingarten und führen zu einer enormen Verjüngung in der Mitgliedschaft. Lag das Durchschnittsalter der Gartenbesitzer vor einigen Jahren noch bei 67 Jahren, sei heute ein Durchschnitt von 42 Jahren erreicht. Stronk: „Der Trend zum Kleingarten ist da, und wir fördern auch Menschen, die wenig Geld haben, mit zinslosen Darlehen.

Rund 60 000 Euro an städtischen Zuschüssen stehen in diesem Jahr für die Sanierung und Modernisierung der Anlagen zur Verfügung. Insgesamt elf neue Spielplätze oder Geräteausstattungen sind in Planung. Zahlreiche Vereine feiern 2017 ihr Jubiläum. Spitzenreiter ist die Anlage Hansa, sie wird 105 Jahre alt. Highlights für die rund 5500 Mitglieder sind der Tag des Gartens am 11. Juni in der Anlage Naturfreunde, ein Gartenwettbewerb im Juni und die Tour zur Bundesgartenschau nach Berlin. 

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