Störanfälliges Verkehrsnetz Schnelle Lösungen nicht in Sicht

Münster -

Es war eigentlich ein vergleichsweise harmloser Vorgang: Am vergangenen Montag wurde die Engelstraße gesperrt, um im Einmündungsbereich zur Hafenstraße eine neue Asphaltdecke einziehen zu können. Und plötzlich kam es zu einem gewaltigen Stau rund um den Ludgerikreisel.

Von Klaus Baumeister
Die Hafenstraße nahe dem Ludgerikreisel war in dieser Woche sehr stauträchtig.
Die Hafenstraße nahe dem Ludgerikreisel war in dieser Woche sehr stauträchtig. Foto: Matthias Ahlke

Hier hat sich wieder einmal gezeigt, wie fragil und anfällig Münsters Verkehrsnetz ist. An einen Stop-and-go-Rhythmus zu den Stoßzeiten haben sich die Autofahrer längst gewöhnt. Sobald aber eine wichtige Straße ausfällt oder ein Umweg erforderlich wird, geht gar nichts mehr.

Diese Stauanfälligkeit hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass das Verkehrsaufkommen insgesamt deutlich gestiegen ist: Mehr Einwohner, mehr Pendler, mehr Münster-Besucher, mehr Touristen.

Vorkriegs-Grundriss der Stadt

Da speziell die Innenstadt einen Vorkriegs-Grundriss aufweist und das Wegenetz hier in einer Zeit entstanden ist, als es diese Blechlawinen noch nicht gab, gibt die Stadt an vielen Stellen auch keine breiteren Straßen her.

Was also tun? CDU und Grüne wollen Projekte anstoßen, um den Radverkehrsanteil in der Stadt weiter zu erhöhen, die SPD hat bereits ein Konzept zur Errichtung einer Stadtbahn ins Gespräch gebracht.

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In beiden Fällen braucht man einen langen Atem, viel Überzeugungskraft und im Falle der Stadtbahnplanung auch sehr viel Geld. Ganz abgesehen davon ändert die (grundsätzliche) Sinnhaftigkeit der Überlegungen nichts daran, dass ein besonderes Spezifikum Münsters dabei nur marginal berücksichtigt wird: Münster ist das Oberzen-trum einer ländlich geprägten, sehr autoaffinen Region.

Problemlösungen auch außerhalb Münsters suchen

Will sagen: Münsters Verkehrsprobleme lassen sich nur zum Teil in Münster selbst lösen. Mindestens ebenso wichtig ist es, Angebote zu schaffen, um auch ohne Auto vom Münsterland nach Münster und zurück zu kommen. Die Eckpfeiler sind schnell genannt: Regionalbusse, Regionalzüge, am besten auch mehr Bahnhaltepunkte im Stadtgebiet von Münster.

Auch hier sind keine schnellen Erfolge zu erwarten. Beharrlichkeit ist gefragt.

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