Debatte über Verdrängung der Drogenszene Keine Bremse am Bahnhof

Münster -

Im Planungsausschuss wurde kontrovers über die geplante Bebauung am Bremer Platz diskutiert – und über die dortige Drogenszene.

Von Klaus Baumeister
Die Pergola am Bremer Platz wird abgerissen. 
Die Pergola am Bremer Platz wird abgerissen. Was passiert mit der Drogenszene?

Einen Beschluss gab es am Donnerstagabend im Planungsausschuss zwar nicht, in der Debatte wurden die Positionen der Fraktionen aber mehr als deutlich, wenn es um die geplante Bebauung der Bahnhofsostseite geht.

CDU, Grüne und FDP wollen zwar – ebenso wie SPD und Linke – nicht die Drogenszene vom Bremer Platz verdrängen. Sie wollen auf der anderen Seite aber auch nicht, dass Bauarbeiten so lange gestoppt werden, bis man eine Lösung hat.

Klare Mehrheit für Vorgehen

Für die Ratssitzung am 22. März zeichnet sich eine klare Mehrheit für das geplante Vorgehen der Stadtverwaltung ab. Sie möchte bereits im Sommer die Pergola und den Brunnen am Bremer Platz abreißen und dann ein Konzept zur Gestaltung des Bremer Platzes erarbeiten, das dann unter anderen eine Fläche für die Drogenszene vorsieht.

Der SPD-Ratsherr Thomas Fastermann hielt dem ein Szenario entgegen, das seiner Meinung nach durch die Umgestaltung eintreten wird: „Der Bremer Platz wird zum Vorgarten des neuen Bahnhofsgebäudes auf der Ostseite gemacht, die Drogenszene wandert in die Hauseingänge im Hansaviertel.“

Zum Hintergrund: Anfang nächsten Jahres möchte das Unternehmen Landmarken AG mit den Bauarbeiten auf der Ostseite beginnen. Die Pläne sehen unter anderem ein Empfangsgebäude, darüber hinaus aber auch gewerbliche Nutzungen und ein Radstation vor.

CDU will keine "Bremse"

Speziell diese Radstation veranlasste den GAL-Ratsherrn Jörn Möltgen zu der Mahnung, den Baubeginn auf der Ostseite nicht zu verzögern. Genau dies könne der Fall sein, wenn der SPD-Antrag umgesetzt werde, der vorsieht, dass sämtliche sozialen Belange für den Bremer Platz geklärt sein müssen, bevor die Abrissarbeiten beginnen.

Der Linke Rüdiger Sagel pflichtete der SPD bei: „Das Problem ist nicht gelöst.“

Bei allem Verständnis dafür, die Belange der Drogenszene zur berücksichtigten, warnte der CDU-Politiker Georg Fehlauer gleichwohl davor, „eine Bremse einzubauen“.

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