Münster stößt Zukunftsdebatte an Ideen für die Stadt von übermorgen

Münster -

Im Hintergrund hing ein Plakat mit Bürotürmen neben dem Prinzipalmarkt. Ein anderes Plakat zeigte Luxusjachten am Kreativkai. Sieht so Münsters Zukunft im Jahr 2050 aus? Die Stadt Münster möchte alle Münsteraner dazu anregen, darüber zu diskutieren.

Von Klaus Baumeister
Beleuchteten den Zukunftsprozess (v.l.): Robin Denstorff, Matthias Peck, Markus Lewe, Frauke Burgdorff und Prof. Klaus Backhaus.
Beleuchteten den Zukunftsprozess (v.l.): Robin Denstorff, Matthias Peck, Markus Lewe, Frauke Burgdorff und Prof. Klaus Backhaus. Foto: Matthias Ahlke

Bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Club Gleis 22 wurde das Projekt „Fokus Münster 2050“ vorgestellt, das eng mit der Mitmachaktion „Gutes Morgen Münster“ verzahnt ist. Begleitet wird das Projekt unter anderem von der Stadtforscherin Frauke Burgdorff aus Bochum. Sie lobte die Zukunftsdebatte, weil es darum gehe, „beim Thema Stadtentwicklung erst einmal die Bürger zu befragen“.

Das zweite Standbein des auf zwei Jahre angelegten Prozesses soll der münsterische Marketing-Experte Prof. Dr. Klaus Backhaus mit einer sogenannten Szenarien-Analyse liefern. Er will die Wechselwirkung zwischen Bevölkerungsentwicklung, Hochschulen, Wirtschaft und nicht zuletzt der städtischen Schuldenentwicklung aufzeigen und diese dann auf die Jahre 2020, 2030 und 2050 projizieren. Ziel sei es nicht, Prognosen abzugeben, sondern Szenarien aufzuzeigen, „um je nachdem, welches Szenario eintritt, vorbereitet zu sein“. So sei es nicht ausgeschlossen, dass der aktuell viel zitierte Boom in Münster durch die Finanzmisere abgewürgt werde.

Wie Frauke Burgdorff weiter referierte, seien die Vertreter der 27 Siegerprojekte bei „Gutes Morgen Münster“ nach ihren Visionen für die Stadt befragt worden. Dabei hätten sich drei Schwerpunkte herausgebildet: Stärkung der Stadtteile, Erhalt der gesellschaftlichen Vielfalt und Schaffung kreativer Freiräume.

Bei verschiedenen Wettbewerben und Projekten sollen sich Interessenten einbringen können.

Oberbürgermeister Markus Lewe betonte in seinem Statement die Bedeutung des Projektes: „Jede Stadt, die sich mit der Zukunft beschäftigt, hat auch eine gute Zukunft.“ Für den städtischen Nachhaltigkeitsdezernenten Matthias Peck geht es darum, Münster „enkeltauglich“ zu machen. Beispielsweise hält er die gewaltigen Pendlerströme in der Stadt für ein bislang nicht gelöstes Problem.

Stadtbaurat Robin Denstorff schließlich meinte, dass es bei dem Zukunftsprozess darum gehe, „die Stadt zu zeichnen, um herauszufinden, wo wir hinwollen“.

Wo die Münsteraner hinsollen, das wurde bei dem Pressegespräch auch verraten – ins Internet. Dort ist eine Umfrage abgelegt, an der man teilnehmen kann.

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