Hinweis auf Hauptuntersuchung verboten Weniger Service für Autobesitzer

Münster -

Der Termin für die fällige Hauptuntersuchung wird von vielen Autofahrern einfach vergessen. Und wer den Check mehrere Monate überzieht, riskiert Ordnungsgelder und eine höhere Prüfgebühr. 

Von Helmut Etzkorn
Die Plakette gibt es nach bestandener Hauptuntersuchung. Dekra und TÜV dürfen ihre Kunden aber nicht mehr auf den Fälligkeitstermin hinweisen.
Die Plakette gibt es nach bestandener Hauptuntersuchung. Dekra und TÜV dürfen ihre Kunden aber nicht mehr auf den Fälligkeitstermin hinweisen. Foto: hpe

Bislang durften TÜV und Dekra ihre Kunden Wochen vor dem Fälligkeitstermin auf die anstehende Untersuchung hinweisen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist das jetzt aber verboten. "Einfach ärgerlich, weil das ein willkommener Service für die Autobesitzer war", sagt Manfred Möller, Chef der Dekra-Niederlassung in Münster.

Einverständniserklärung zur Benachrichtigung

Bisher hat man nach internen Datenbankabgleichen die Erinnerungsschreiben herausgeschickt, nun muss man auf die Aufmerksamkeit der Fahrzeuginhaber hoffen. "Wir wurden schon häufig gefragt, warum es diese Dienstleistung nicht mehr gibt. Da können wir nur an den Gesetzgeber verweisen", sagt Möller. 

Künftig will man sich nach einer Hauptuntersuchung vom Betroffenen eine Einverständniserklärung zur Benachrichtigung unterschreiben lassen. Dieser Personenkreis darf künftig wieder informiert werden.

"Überzieher" mit mehr Mängel

Rund 30 Prozent aller Autobesitzer nehmen es laut Dekra nicht so genau mit dem Fälligkeitstermin und stellen ihr Auto verspätet vor. Mit der Folge, dass es oft mehr Mängel zu beanstanden gibt und die Gebühren von knapp unter 100 Euro deutlich steigen werden, weil der Prüfaufwand höher ist.

"Überzieher" haben laut Dekra deutlich mehr Mängel an Bremse, Lenkung, Aufbau und Fahrwerk ihrer Wagen. Betroffen sind besonders Autos, die neun Jahre und älter sind. 

TÜV-Wecker im Internet

Beim TÜV-Nord lässt man die Kunden schon länger eine Einverständniserklärung unterschreiben, um sie dann fristgerecht benachrichtigen zu können. Alternativ gibt es im Internet den sogenannten TÜV-Wecker. "Jeder kann online seine Fahrzeugdaten dort eingeben und bekommt dann rechtzeitig eine Erinnerung an die fällige Hauptuntersuchung", so TÜV-Sprecher Rainer Camen.

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