Serie: High Speed in Münster – Start-up-Unternehmen von Tapdo Der Schalter für alles

Münster -

Markus Sudhoff (32) tippt mit dem Zeigefinger dahin, wo man gewöhnlich die Armbanduhr vermutet. Zack, geht hinter ihm eine Lampe an. Dann drückt er mit dem kleinen Finger noch mal. Und schon macht sein Smartphone Musik. „Das ist es“, sagt der 32-Jährige, „mein Tapdo.“

Von Günter Benning
Die Tapdo-Macher Manuel Prätorius, Markus Sudhoff und Ulrich Burgbacher
Die Tapdo-Macher Manuel Prätorius, Markus Sudhoff und Ulrich Burgbacher Foto: Oliver Werner

Sudhoff, gebürtiger Werler, studierter Betriebswirt und Wahl-Münsteraner, hat mit zwei Doktoren der Informatik ein Start-up-Unternehmen gegründet: Manuel Prätorius und Ulrich Burgbacher. Tapdo Technologies GmbH heißt es und es dreht sich um den kleinen Knopf, den Sudhoff jetzt von dem Armband befreit und auf den Tisch legt.

„Wir haben uns beim Ercis Launchpad, dem Gründerwettbewerb an der Uni, getroffen“, sagt er. 2015 war das. Seine Technik-Kollegen hatten dort einen kleinen Knopf präsentiert, der mehr konnte als alle anderen Knöpfe, die er bisher kannte.

Sudhoff macht es vor: „Druck mit dem Zeigefinger – und das Licht geht an. Druck mit dem kleinen Finger und die Musik läuft.“ Genau genommen kann man für 26 Punkte auf der Hand Aktionen wählen, die mit Hilfe einer Smartphone-App angestellt werden können. Jeden einzelnen Punkt kann man getrennt programmieren.

Beispiele? Alarm aktivieren, Licht anmachen, Rollläden hochfahren, Musik lauter oder leiser stellen. Telefongespräch annehmen. Also fast alles, was man auf einem Smartphone tun kann. Und fast alles, was man in einem modernen „Smart-Home“ machen will. „Das könnte auch eine gute Lösung für Sehbehinderte sein“, sagt Gründer Sudhoff.

Er selbst hat Gründer-Erfahrung. Bei der münsterischen Firma Grünspar gehörte er zu den ersten Mitarbeitern. Als die Onlineplattform für Energiesparen für Millionen verkauft wurde, profitierte auch er. Die Branche scheint ihn nicht loszulassen.

Mittlerweile arbeiten elf Mitarbeiter bei Tapdo, obwohl die Firma noch nicht einmal eine komplette Serie Knöpfe gebaut hat. Gestartet ist sie in der Gründergarage an der Mendelstraße mit einem Exist-Gründerstipendium, außerdem konnte über die münsterische Wirtschaftsförderung zwei „Business-Angels“ gewonnen werden, die in das Start-up investierten.

Im nächsten Schritt soll jetzt der Tapdo mit einer Crowdfunding-Aktion serienreif gemacht werden. Die Methode ist mittlerweile bei neuen Geräten verbreitet: Auf einer Internetseite wird ein neues Produkt vorgestellt, Interessenten können es dort bestellen – und erst wenn genug Interessenten an Bord sind, wird produziert. Weitestgehend, übrigens, so Sudhoff, in Deutschland. Die Crowdfunding-Aktion läuft seit wenigen Tagen bereits auf der Plattform Kickstarter und ist über die Webseite www.tapdo.io zu erreichen, geliefert wird dann im September.

Vorgestellt hat man den Tapdo bereits auf der CES-Messe in Las Vegas und auf dem Mobile World Congress in Barcelona, der zentralen Messe für mobile Anwendungen. „Bisher“, sagt Sudhoff, „hat noch niemand eine ähnliche Idee entwickelt.“ Die Patentanmeldung für den Tapdo sei angemeldet.

https://tapdo.io/de/

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