Friedenskapelle: „Freuynde und Gaesdte“ präsentieren „Das Hompesch-Dokument“ Film spielt auf der Bühne mit

Münster -

Wenn das freie Theater „Freuynde und ­Gaesdte“ in jüngerer Zeit neue Produktionen vorstellt, ist das Abenteuer dreifach: die Vorbereitung ist eins, der Inhalt auch und die Aufführung selbst. Die neuste Produktion „Das Hompesch-Dokument“ ist da keine Ausnahme – im Gegenteil.

Von Gerhard H. Kock
Freuynde und Gaesdte haben für ihr neustes Theater-Abenteuer auf den Inseln Malta (Filmstill) und Orkney gedreht. In den Aufführungen werden sie sich als leibhaftige Darsteller mit ihrer filmischen Darstellung im präzisen Spiel reigenartig abwechseln.
Freuynde und Gaesdte haben für ihr neustes Theater-Abenteuer auf den Inseln Malta (Filmstill) und Orkney gedreht. In den Aufführungen werden sie sich als leibhaftige Darsteller mit ihrer filmischen Darstellung im präzisen Spiel reigenartig abwechseln. Foto: f+g

Der Titel bezieht sich auf Ferdinand von Hompesch (1744-1805), der nicht nur als erster Deutsche, sondern zugleich als letzter dem noblen Malteserorden als Großmeister vorstand und die Insel kampflos Napoleon übergeben musste. In der Geschichte der „Freuynde“ taucht zwei Jahrhunderte später ein geheimnisvolles Dokument aus dessen Nachlass auf, das einen Hinweis auf den Verbleib des Grals, des Trinkbechers Jesu, verspricht. Ein mysteriöser Software-Millionär beauftragt ein vierköpfiges Team um einen jungen Nerd, der Spur der Reliquie zu folgen. Ein Abenteuer à la Indiana Jones beginnt. Und soll für den Zuschauer miterlebbar werden.

Dafür sind die Münsteraner im Januar acht Tage im milden mediterranen Malta unterwegs gewesen und direkt anschließend neun Tage auf den bitterkalten schottischen Orkney-Inseln. Anke Winterhoff und Konrad Haller erinnern sich, dass die Kälte beim Filmdreh das Sprechen erschwerte. Zudem finden sie dort Johan Schüling nackig in einer archaischen Tempelanlage. Aber das ist eine andere abenteuerliche Geschichte, in der auch Gabriele Brüning, Helge Salnikau und Zeha Schröder eine Rolle spielen.

Der Film ist in der Inszenierung in der Friedenskapelle quasi ein Mitspieler. Das ist Abenteuer Nummer drei: Die Darsteller auf der Bühne agieren mit dem Film auf der Riesenleinwand, so dass die Übergänge der leibhaftigen Darsteller mit ihren Film-„Alter Egos“ in Lebensgröße äußerst präzise sein müssen. Erschwerend hat sich Regisseur Zeha Schröder ausgedacht, dass die Dialoge nicht fixiert sind. Die Darsteller haben lediglich Schlagwörter, mit denen sie freie, mithin natürlich wirkende Gespräche führen werden, die sich wie ein Schweizer Uhrwerk in die Filmszenen fügen müssen. Da ist Timing gefragt.

Wie bei solchen Produktionen von „F+G“ üblich, dient die Fiktion als unterhaltsames Spannungselement, um kulturelles Wissen über Europa des 11./12. Jahrhunderts (in mancher Hinsicht besser vernetzt und verbunden, als heutige EU-Politiker es zu hoffen wagen würden) zu erzählen wie die Architektur und die Musik. Schröder: „Wir werfen einen Funken Action hinein, und dann brennt ein kulturhistorisches Feuer.“ Erstmalig hat sich Schröder als Musikwissenschaftlicher hier auch kompositorisch betätigt.

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Die Uraufführung ist am Dienstag (21. März) um 19.30 Uhr in die Friedenskapelle, Willy-Brandt-Weg 75. Weitere Vorstellungen: Mittwoch und Freitag (22. und 24. März). Karten gibt es online:   | www.f-und-g.de

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