Münsteraner in Spanien Nostalgie-Bullis im Surfer-Paradies

Münster -

Nils Pulpanek surft gerne. Und macht daraus sein Business. In Spanien vermietet der Münsteraner umgebaute Westfalia-Bullis. Das Geschäft läuft.

Von Günter Benning
Nils Pulpanek mit Bulli in seiner Werkstatt im spanischen Santander.
Nils Pulpanek mit Bulli in seiner Werkstatt im spanischen Santander. Foto: privat

Nils Pulpanek ist Surfer. Früher fuhr er mit seinem Westfalia-Bulli T3 nur zum Spaß nach Spanien. Ansonsten jobbte er, um Geld für den Urlaub zu verdienen: „Auf dem Bau, in der Bar, mit Übersetzen.“ Dann wurde der Lehrersohn aus dem Kreuzviertel Auswanderer und Unternehmer. Eine nostalgische Erfolgsgeschichte.

Nostalgisch, weil alles auf der 30 Jahre alten T3-Reihe von Camperbussen aus dem Hause Westfalia fußt. Der ausgebildete Fremdsprachenkorrespondent, der nur pro forma für ein Studium eingeschrieben war, machte vor zehn Jahren aus seinem Hobby ein Geschäft. „Ich habe damals drei gebrauchte T3 gekauft und sie mit Freunden nach Spanien gebracht“, sagt Pulpanek, der gerade auf Heimaturlaub in Münster weilt.

Dort vermietete er die Bullis an romantische Surfer, die an den Küsten entlangfuhren und den Charme der Nostalgie liebten. Aber nicht nur das. „Der Westfalia-Ausbau ist bis heute genial gut“, sagt Pulpanek, „sogar die neuen T6 haben daran nichts geändert.“ Vier Leute können in den Wagen schlafen, es gibt fließendes Wasser und eine Küchenzeile. Und sonst keinen Schnickschnack.

Pulpanek siedelte sich in einem Vorort von Santander an, direkt am Meer. Dort vermietet er seine Bulliflotte. Und die lief, sagt er: „Im zweiten Jahr ist es schon so gut gelaufen, dass ich davon leben konnte.“

Warum Santander? „Weil in der Nähe ein Ryanair-Flughafen ist“, so der Bullivermieter. Aber mittlerweile ist sein Geschäft expandiert. An fünf Stationen kann man bei ihm mieten: zwölf Bullis in Santander, sechs im portugiesischen Lagos, drei in St. Sebastian. Gerade ist er dabei, in Teneriffa sechs Leihwagen hinzustellen. Und eine Dependance gibt es in Stuttgart: „Seit letztem Jahr habe ich nämlich einen Kompagnon, der daher kommt.“ Hier leihen Bullifans die Wagen, um zum Beispiel auf Festivals zu fahren.

Bevor er ins Verleihgeschäft einstieg, hat Pulpanek ein Praktikum bei „cult cars“ am Hawerkamp absolviert. Aber der geborene Schrauber ist er nicht. „Vor fünf Jahren“, sagt er, „habe ich meinen ersten Mitarbeiter eingestellt – einen deutschen Kfz-Mechaniker.“ Bei den alten Bullis sei nämlich ständig etwas zu renovieren und lackieren – und mittlerweile kommen auch andere Bulli-Besitzer in seine Werkstatt.

Der Auswanderer Pulpanek fühlt sich in Spanien wohl. „Das ist eben alles Europa“, sagt er, „ich habe sogar Zuschüsse für Jungunternehmer bekommen.“

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