Neubaugebiet am Markweg 82 Einwände für die Katz

Münster -

Am 22. März entscheidet der Rat über das Neubaugebiet am Markweg. Die Anwohner sind angesichts der unveränderten Pläne „desillusioniert“.

Von Klaus Baumeister
330 Wohnungen sollen am Markweg – hier ein Bild von November – entstehen.
330 Wohnungen sollen am Markweg – hier ein Bild von November – entstehen. Foto: Matthias Ahlke

230 Seiten stark ist das Ratspapier zum geplanten Neubaugebiet am Markweg. In 82 (von 83) Fällen lautet das Urteil über vorliegende Einwände: „Der Stellungnahme wird nicht gefolgt.“

Plan wird trotz Kritik umgesetzt

Mit anderen Worten: Trotz des vielfach von Kommunalpolitikern geäußerten Verständnisses für die Kritik der Anwohner geht der Plan nahezu unverändert in die Umsetzung. Auf dem Gelände südlich des Markweges sollen rund 330 Wohnungen entstehen. Nach Ansicht des Markweg-Vereines wären rund 250 angemessen gewesen. Michael Schopka, Gründungsmitglied des Vereines, bewertet den Beschlussvorschlag so: „Das ist desillusionierend. Das Ergebnis ist so, als ob es die Bürgerinitiative nie gegeben hätte.“

Chronologie

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"Wir sind den Anwohnern entgegengekommen"

Dem widerspricht der Grüne Jörn Möltgen, Vorsitzender des Planungsausschusses, der am Donnerstag tagt (17 Uhr, Stadtweinhaus). Nicht zuletzt wegen der Anwohnerkritik sei man an einer Stelle von einer viergeschossigen auf eine 2,5-geschossige Bebauung umgeschwenkt. „Da sind wir den Anwohnern entgegengekommen, mehr kann man nicht machen.“

Die Politik steht seit Monaten mächtig unter ­Druck, weil es in Münster an Wohnungen mangelt.

Stadtplanungsamt: Verdichtete Bauweise zulässig

Darüber hinaus lässt das Stadtplanungsamt keinen Zweifel daran, dass die relative Nähe des Stadtteils Rumphorst zur City auch verdichtete Bauweisen zulasse. An einer Stelle in dem Ratspapier heißt es: „Aus Sicht der Fachplanung stellt sich der Stadtteil Rumphorst weder ländlich noch als Gartenstadt im stadtbaugeschichtlichen Verständnis dar.“

Auch widersprechen die Stadtplaner dem Anspruch, das neue Quartier müsse sich der benachbarten Bebauung anpassen: Wegen der „merklichen Wachstumsphase der Stadt“ seien „Brüche an den Nahtstellen zu bestehenden Bebauungsstrukturen“ nicht auszuschließen.

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Lewe lehnt "Mediator"-Anfrage ab

Unterdessen hat es Oberbürgermeister Markus Lewe in einem Brief an den Verein abgelehnt, als „Mediator“ in dem Konflikt zu agieren. Da Lewe – nach Angaben des Vereines – seine Unterstützung zugesagt habe, hatte der Verein ihn gebeten, zu einem Runden Tisch einzuladen. Lewe begründete seine Absage damit, dass er in einem „Beratungsverfahren, dessen Grundlage die Verwaltungsvorlage ist“, nicht gleichzeitig als Mediator tätig sein könne. Lewe bestätigte, zwei Gespräche mit der Bürgerinitiative geführt zu haben. Dabei soll er nach Auskunft von Schopka die Bürgerinitiative ermutigt haben, sich einzumischen.

Der Rat will den Bebauungsplan am 22. März verabscheiden.

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