300 Chirurgen auf Gut Havichhorst Die Zukunft der Endoprothetik

Münster -

Rund 300 Chirurgen aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland informierten sich beim 14. Endoprothetikforum der Raphaelsklinik auf Gut Havichhorst über Themen des künstlichen Gelenkersatzes aber auch über aktuelle Aspekte der Gesundheitspolitik.

Organisierten das Endoprothetikforum (v.l.): Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff, Dr. Berhard Egen und Prof. Dr. Karl-Dieter Heller.
Organisierten das Endoprothetikforum (v.l.): Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff, Dr. Berhard Egen und Prof. Dr. Karl-Dieter Heller. Foto: Michael Bührke

Auf der Suche nach dem richtigen Krankenhaus lohnt sich ein Blick auf die Zahlen: Wird ein Eingriff oft durchgeführt, spricht dies für Erfahrung – und das bedeutet in der Regel, dass weniger Komplikationen zu erwarten sind, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren. „Diese Empfehlung hat sich auch auf dem Gebiet des künstlichen Gelenkersatzes bewährt“, wie der Chefarzt des Zentrums für Endoprothetik und Gelenkchirurgie der Raphaelsklinik, Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff, bestätigt.

Seit Beginn des Jahres ist das neue Krankenhausstrukturgesetz in Kraft, das Möllenhoff ebenso wie seinen Kollegen Prof. Dr. Karl-Dieter Heller vom Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig in einem wesentlichen Punkt verärgert: „Wenn eine Klinik besonders viele künstliche Hüftgelenke implantiert, kann die entsprechende Fallpauschale neuerdings abgewertet werden“, was bedeutet, dass es pro Eingriff weniger Geld für das Krankenhaus gibt.

Der Gedanke dahinter sei, so erläutern die Experten, dass eine hohe Zahl von Operationen für die Effizienz einer Klinik spricht, diese somit wirtschaftlicher arbeiten kann und weniger Geld für ihre Arbeit benötige. Dieser Schluss sei aber fatal, wie die Experten hervorheben. „Für manche Kliniken wird es nun richtig eng“, sagt Möllenhoff und fährt fort: „Es gibt komplizierte Eingriffe, die nicht kostendeckend durchgeführt werden können, im Interesse des Patienten jedoch in dieser Form durchgeführt werden müssen. Bislang wurden die Mehrkosten von den Erlösen aus den einfacheren Operationen aufgefangen, diese Querfinanzierung ist jedoch durch das neue Gesetz gefährdet“.

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