Kreishandwerkerschaft stimmt Vergleich zu Eine teure Trennung

Münster -

Einer Trennung der Kreishandwerkerschaft und ihrem ehemaligen Hauptgeschäftsführer Bernd Pawelzik dürfte nichts mehr im Wege stehen. 30 von 32 Innungen votierten für den Vergleich.

Von Gabriele Hillmoth
Der Vorstand der Kreishandwerkerschaft hatte am Dienstag die Innungsvertreter zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen (v.l.): Hauptgeschäftsführer Jan-Hendrik Schade, Sabine Deckenbrock, Aloys Brannekemper, Heinz-Dieter Rohling, Rosemarie Ehrlich, Alfred Bogatzki, Peter Schmidt und Ralf Arnhold.
Der Vorstand der Kreishandwerkerschaft hatte am Dienstag die Innungsvertreter zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen (v.l.): Hauptgeschäftsführer Jan-Hendrik Schade, Sabine Deckenbrock, Aloys Brannekemper, Heinz-Dieter Rohling, Rosemarie Ehrlich, Alfred Bogatzki, Peter Schmidt und Ralf Arnhold. Foto: gh

Die Entscheidung ist getroffen: Bernd Pawelzik und seine ehemalige Arbeitgeberin, die Kreishandwerkerschaft (KH) Münster, trennen sich endgültig mit einem Vergleich. Die Vertreter von 30 Handwerksinnungen in Münster gaben am Dienstag ihre Zustimmung zu diesem Schritt. Eine Innung votierte mit Nein, eine Innung enthielt sich.

Bernd Pawelzik wird eine Abfindung von 350 000 Euro gezahlt. Außerdem bekommt er sein Gehalt von jeweils gut 10 000 Euro pro Monat für den Zeitraum von Mitte 2015 bis zum Ende des offiziellen Arbeitsverhältnisses am 31. Dezember 2016 nachgezahlt. Zudem wird er – wie gerichtlich vereinbart – ein Zeugnis mit der Note „sehr gut“ erhalten.

Dieses Zeugnis war ebenfalls Bestandteil der gerichtlichen Auseinandersetzung. Dabei nutzte der ehemalige KH-Hauptgeschäftsführer, so heißt es, das eigene Vorschlagsrecht. Dr. Wienholt Schulte, Rechtsanwalt des KH-Vorstandes, betonte bei der Sitzung im Februar im Arbeitsgericht, „dass Bernd Pawelziks fachliche Leistung auch unbestritten ist“. Zur Trennung habe dagegen der Umgang mit den Mitarbeitern in der Kreishandwerkerschaft geführt.

Bis Ende März räumte Ines Koch, Direktorin des Arbeitsgerichtes Münster, der Kreishandwerkerschaft Münster eine Frist ein, um sich den Vorschlag für die Abfindung von der Vollversammlung absegnen zu lassen. Bis zum 14. April muss das Geld nun nach dem Beschluss an Bernd Pawelzik gezahlt werden.

Für die Vertreter der Innungen sei der Schritt eine bittere Pille gewesen, hieß es nach der Sitzung. Intensiv wurde darum am Dienstag noch einmal über die Abfindung diskutiert. Im Interesse der Zukunft der Kreishandwerkerschaft und der Mitarbeiter sei dann die Entscheidung getroffen worden.

Mehrere Anläufe für einen Vergleich zwischen den beiden Parteien waren zuvor während der Gerichtstermine gescheitert. Ursprünglich forderte der ehemalige Hauptgeschäftsführer in einer Verhandlung eine Summe von 1,6 Millionen Euro. Dieser Vorschlag fand beim KH-Vorstand aber keine Zustimmung.

Bernd Pawelzik (58) war Mitte des Jahres 2015 seitens der Kreishandwerkerschaft fristlos gekündigt worden. Aufgrund der Verhandlungen im Arbeitsgericht endete das Arbeitsverhältnis nun aber am 31. Dezember 2016. Der ehemalige KH-Chef ging gegen die Kündigung im Jahre 2015 juristisch vor. Er klagte gegen seine Arbeitgeberin.

In erster Linie, betonte er während der Gerichtstermine, komme es ihm auf eine Wiedereinstellung an. Pawelzik hatte ein Beschäftigungsverhältnis in der juristischen Abteilung der KH vorgeschlagen.

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