Kostenfalle In-App-Käufe 300 Euro im Monat für „kostenlose“ Smartphone-Spiele

Münster -

Beliebte und anfangs auch kostenlose Spiele-Apps können den Smartphone-Nutzern teuer zu stehen kommen, warnt die Verbraucherzentrale Münster. Handy-Monatsrechnungen mit einem „Spieleanteil“ von über 300 Euro seien keine Seltenheit.

Von Helmut Etzkorn
Verbraucherschützerin Mechtild Schneider warnt vor den Tricks und Tücken kostenloser Spiele-Apps.
Verbraucherschützerin Mechtild Schneider warnt vor den Tricks und Tücken kostenloser Spiele-Apps. Foto: hpe

Zunächst kostenlose und weit verbreitete Spiele-Apps wie Candy-Crush-Soda-Saga oder Pokémon Go können kräftig ins Geld gehen, warnt die Verbraucherzentrale in Münster. „Die Action- und Strategiespiele animieren sehr geschickt die Nutzer, den Gratissektor zu verlassen“, warnt Verbraucherschützerin Mechtild Schneider.

Wer schnell weiterkommen will, muss zahlen

Um besser als andere Mitspieler zu sein, die Burg schneller bauen oder seine virtuelle Farm besser bestücken zu können, müssen Goldtaler, Diamanten und Herzen erworben werden. Und die sind in aller Regel kostenpflichtig. „Für das schnelle Weiterkommen werden je nach Spiel zwischen 99 Cent und 99 Euro fällig“, so Schneider.

Und die Kostenkontrolle geht im Spieleeifer nach den Erfahrungen der Verbraucherzentrale schnell verloren. In der Filiale an der Aegidiistraße sind Handy-Monatsrechnungen mit einem „Spieleanteil“ von über 300 Euro keine Seltenheit. Besonders gefährdet sind Smartphone-Spieler zwischen 14 und 30 Jahren.

Dreistellige Millionenbeträge durch die Hauptzielgruppe

Mit dieser Hauptzielgruppe erwirtschaftet die Spiele-Branche jährlich dreistellige Millionenbeträge. „Oft wird die Kreditkarte der Eltern genutzt oder das böse Erwachen kommt erst, wenn irgendwann die Mobilfunkrechnung kommt“, so Schneider. Ohnehin wüssten viele Eltern gar nicht, was und wie oft ihre Kids auf dem Smartphone oder im Facebook-Portal spielen.

Der Tipp: Kostenpflichtige App-Posten in Google Play oder im Apple App Store mit einem Passwortschutz ausstatten. Besser noch, man sperrt in den Smartphone-Einstellung die Möglichkeit von App-Einkäufen. Alternativ rät die Verbraucherzentrale zur Nutzung von Prepaid-Karten.

Ein Zugriff auf das Kreditkartenkonto der Eltern sollte Kindern immer verwehrt bleiben. Weil die Spieleanbieter meist im Ausland ihren Firmensitz haben, sind Regressforderungen oft schwer durchsetzbar. Infos zu Spielen und ihren Tücken gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale. 

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