Auch Männer betroffen Diagnose Brustkrebs

Münster -

Brustkrebs ist eine Erkrankung, die alle Frauen fürchten. Doch auch Männer können daran erkranken. So wie August Heitmann.

Von Martina Döbbe
Grund zur Freude: Patient August Heitmann (r.) hat den Brustkrebs überstanden, Dr. Rüdiger Langenberg und Dr. Sandra Gottwald freuen sich mit ihm.
Grund zur Freude: Patient August Heitmann (r.) hat den Brustkrebs überstanden, Dr. Rüdiger Langenberg und Dr. Sandra Gottwald freuen sich mit ihm. Foto: ide

Sommer 2013. August Heitmann macht es sich auf seinem Sofa gemütlich. Will die Beine hochlegen, sich ein bisschen ausruhen. Und spürt plötzlich – ganz zufällig – „so einen Knubbel“ in seiner Brust. Hausarzt, Krankenhaus, Diagnose: „Sie haben Brustkrebs“, muss ihm Dr. Sandra Gottwald mitteilen. „Sie war so mitfühlend, hat sehr Anteil genommen, da war mir schon klar, dass das etwas Ernstes ist“, sagt der Gievenbecker, der im Mai seinen 87. Geburtstag feiert. Knapp vier Jahre sind seitdem vergangen – Operation, Bestrahlung, Hormontabletten: „Bloß Chemo hab ich nicht gemacht“, blendet er zurück. Und hält es längst wieder für realistisch, sein Ziel zu erreichen: „Ich möchte wohl 100 Jahre werden.“

Brustkrebs bei Männern: „Das gibt es doch gar nicht“, ist oft die erste Reaktion von Betroffenen oder Angehörigen. „Doch, auch Männer können daran erkranken“, erläutert Dr. Rüdiger Langenberg. „Ausgesprochen selten im Vergleich zu Frauen“, informiert der Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums am Clemenshospital, wo auch August Heitmann operiert worden ist. Geblieben ist ihm eine Narbe: „Die stört mich nicht. Ich habe alles gut überstanden.“ Und die Hormontabletten hat er inzwischen absetzen dürfen: „Ich hatte genau die Nebenwirkungen, die es oft gibt, nämlich eine Thrombose“, berichtet er.

70 000 Neuerkrankungen bei Frauen stehen 620 bei Männern im Jahr 2012 gegenüber: „Bei Männern tritt die Erkrankung deutlich später auf als bei Frauen“, vergleicht Dr. Langenberg. Und: „Männer stecken die Diagnose meistens etwas anders weg. Sie empfinden Brustkrebs nicht so drastisch, wie Frauen ihn erleben.“ Das habe sicher mit dem Stellenwert der Brust für das weibliche Selbstverständnis, aber auch mit dem Alter zu tun: „Es ist ein großer Unterschied, ob ich die Diagnose mit 40 oder 80 Jahren erhalte.“

August Heitmann ist ein echter Bilderbuchpatient. Er hält sich an die medizinischen Vorgaben, bespricht alles mit seinen Ärzten und lebt auch „relativ gesund“. Beim Essen zum Beispiel achtet er darauf: „Gesund soll es sein, aber auch einfach zu kochen . . .“, macht der Vater von drei Töchtern keinen Hehl daraus, dass er nicht der geborene Mann am Herd ist. Dagegen schlägt sein Herz für Doppelkopf, über dessen Finessen er schon ein Büchlein geschrieben hat, war bis vor einem Jahr aktiver Jäger, geht regelmäßig in die Sauna und kümmert sich liebevoll um seine Frau, die an Demenz erkrankt ist.

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