Münsters bekanntester DJ Let there be Rockmöller

Münster -

Auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Domplatz grüßen ihn gleich mehrere Menschen: Frank Möller ist bekannt in Münster. In den vergangenen Jahren hat er sich kaum verändert. Lange Haare sind sein Markenzeichen, die in den vergangenen 20 Jahren etwas ergraut sind. 

Von Carsten Vogel
Frank Möller ist eigentlich eine münsterische Berühmtheit. Aber davon will der als „Rockmöller“ bekannte DJ in aller Bescheidenheit nichts wissen. Viele kennen ihn zudem als Verkäufer in diversen münsterischen Plattenläden.
Frank Möller ist eigentlich eine münsterische Berühmtheit. Aber davon will der als „Rockmöller“ bekannte DJ in aller Bescheidenheit nichts wissen. Viele kennen ihn zudem als Verkäufer in diversen münsterischen Plattenläden. Foto: Katrin Hesse

Er geht, als fahre er eine imaginäre Harley-Davidson. Ein Rocker durch und durch. Und ein Rockstar hinter dem Mischpult. Frank Möller ist Münsters wohl bekanntester DJ.

Kaum ein Student, der ihn nicht in Aktion erlebt hat. In der Sputnikhalle, im Gleis, in der Eule, auf Metro- oder privaten Partys präsentiert er seine gitarrenorientierte Musikmelange der Menge. Auch über Münster hinaus: in Coesfeld, Haltern, Osnabrück.

1995 ist er von Düsseldorf nach Münster gezogen. Als er das erste Mal die Sputnikhalle besuchte, wusste er: Hier lege ich mal auf. Zwei Jahre später im Februar war es so weit. „Das war eine Mischung aus großer Klappe und zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Mein damaliger Gig-Chef Hubert Steinert suchte einen DJ-Nachfolger. Und während er telefonierte, bin ich in sein Büro geplatzt und habe gesagt, er könne aufhören zu suchen, ich sei sein Mann“, sagt Möller. Plötzlich stand er vor 800 Leuten und gab den Takt vor.

Von Doors bis Faith No More

Hat ein Autodidakt auch DJ-Vorbilder? „Beim Auflegen nicht, musikalisch John Peel. Ein toller Typ, dessen Sendung ich oft gehört habe. Er hat mich nachhaltig beeinflusst.” Ein einschneidendes Erlebnis für seine musikalische Sozialisierung – neben Vater und Bruder – war vor 35 Jahren ein Konzert von Motörhead. Klar, eine Band, die sowohl Rock- als auch Metal-Elemente vereint. Dazu verfestigen sich im Laufe der Jahre vor allem The Doors und Faith No More.

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Dennoch ist Möller niemand, der mit Scheuklappen Musik auflegt. „Musikwünsche können sehr inspirierend sein. Gerade, wenn man mit seinem Publikum zusammenarbeitet. Wenn allerdings jemand Helene Fischer hören will, sage ich ihm schon, dass er auf der falschen Veranstaltung ist.” Kein Computer, keine Playlist: Da seine Karriere Ende der 90er begonnen hat, legt er nach wie vor mit CDs auf. Was ist das Geheimnis eines guten DJs? „Mir ist es zu langweilig, jeden Abend das Gleiche aufzulegen. Man kann sich jeden Abend durchaus neu erfinden.“

Herzensangelegenheiten

Welche Ziele hat jemand, der überall aufgelegt und in diversen Plattenläden gearbeitet hat? „Eine Herzensangelegenheit: Ich habe mich auf eine Redakteurs-Stelle bei der Musikzeitschrift Visions beworben. Und ein Langzeitthema ist meine Biografie, es gibt unzählige Anekdoten.“

Welches skurrile Erlebnis ist ihm in Erinnerung? Möller lacht: „Als die Beatsteaks noch nicht so bekannt waren, haben sie im Tryptichon gespielt. Nach dem Auftritt waren sie in der Sputnikhalle. Und Arnim – der Sänger – kam an mein Pult. Ich habe ihn gefragt, ob er Beatsteaks hören wolle, und er antwortete, nein, auf keinen Fall, spiel mal was von Depeche Mode .”

Sein 20-jähriges DJ-Jubiläum hat er im Februar bereits gefeiert. Aber es gibt noch ein weiteres: der 50. Geburtstag. Wann und wo steht nicht fest, aber dass es eine Doors-Party sein soll. Eine weitere Herzensangelegenheit eben.

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