Kundgebung vor dem Rathaus Hunderte demonstrieren für Europa

Münster -

Hunderte sind am Sonntagmittag der Einladung von „Pulse of Europe“ gefolgt: Sie alle wollten ein Zeichen setzen für Europa, Freiheit, Frieden und Vielfalt.

Von Martina Döbbe
Europa fest im Blick: Hunderte folgten am Sonntagmittag der Einladung von „Pulse of Europe“ zu einer Kundgebung für Europa.
Europa fest im Blick: Hunderte folgten am Sonntagmittag der Einladung von „Pulse of Europe“ zu einer Kundgebung für Europa. Foto: Matthias Ahlke

Der Himmel blau. Der Prinzipalmarkt blau. Und alle sehen Sterne . . . Von solch einer Kulisse hätten die Organisatoren gar nicht zu träumen gewagt – aber sie schaffen es. Sonntagmittag, 13.30 Uhr: Eine Europafahne ist zwischen den Bögen vor dem Rathaus sichtbar, blaue Luftballons mit gelben Sternchen werden aufgepustet, ein paar junge Leute hantieren an einem kleinen Stand vor dem Eingang zum Friedenssaal.

Nur eine halbe Stunde später sieht das ganz anders aus: Da sind es längst einige hundert Menschen, die zum Auftakt von „ Pulse of Europe “ Fähnchen schwenken, mit Luftballons wedeln, sich von Kopf bis Fuß in die Europafahne gehüllt haben.

Europafeindlichkeit bekämpfen

„Wir sind begeistert. Begeistert, wie viele da sind. Und wie viele sich für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und ein friedliches, vereintes Europa einsetzen wollen“, ruft Malte Steuber ins Mikrofon. Der 27-Jährige hat im Vorfeld mit „vielleicht 100 Teilnehmern“ gerechnet. Er zählt zum sechsköpfigen Organisatorenteam, das die Münster-Premiere der europaweiten „Pulse of Europe“-Bewegung auf die Beine gestellt hat.

Deutschlandweit, so berichtet er, sind es inzwischen 50 Städte, in denen sich engagierte Europa-Befürworter zusammengeschlossen und mit ganz verschiedenen, bunten Aktionen auf ihr gemeinsames Anliegen aufmerksam machen: „Europafeindlichkeit bekämpfen, Einigkeit für Europa zeigen über alle Parteigrenzen hinweg.“

Schweigende Mehrheit aufrütteln

In Münster ist es gelungen: Alle Generationen sind bei der Kundgebung vertreten, die Jüngsten sitzen im Kinderwagen, die Ältesten kommen mit einem Rollator. Heinrich Langener zum Beispiel: „Wir haben jetzt über 70 Jahre Frieden, das kann uns nur ein starkes, vereintes Europa garantieren“, sagt der 82-Jährige.

Mit Sorge blicken viele auf das, was rundum passiert: „Die Wahlen in den Niederlanden, die Wahlen in Frankreich, das kann das Gebilde Europa kaputt machen“, fürchtet Agnes Leiering den Einfluss der Rechtspopulisten. „Die Holländer müssen bei uns in der EU bleiben“, wünscht sich eine Sprecherin am Mikrofon. Noch viele mehr folgen der Einladung der Organisatoren, spontan ihre Vorstellung von Europa zu formulieren, ihre Wünsche auf Postkarten zu schreiben, die aneinander gereiht auf eine Leine geklammert werden.

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„Die schweigende Mehrheit aufrütteln“, setzt eine Frau auf die Wirkung von „Pulse of Europe“. „Europa ist die größte Friedensbewegung der Welt“ sagt der Nächste und fordert ein gemeinsames Einstehen für „kulturelle Vielfalt, Religionsfreiheit und Demokratie“.

Und wer den Auftakt am Sonntag verpasst hat – kein Problem: „Pulse of Europe“ ruft jetzt jeden Sonntag um 14 Uhr zur Kundgebung auf dem Prinzipalmarkt.

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