Spaceman“ im U2 des Theaters Münster In 40 Minuten ins All und zurück

Münster -

Mit obligatorischem Schreibtisch und allerlei Krimskrams in den Regalen sieht Buds Bude aus wie irgendein Kinderzimmer. Nur die Galaxie aus Ballonlampen, die von der Decke hängen, deutet an, dass hinter dem Bewohner mehr steckt als ein normaler Junge. Bud ist nämlich der „Space­man“. Und so heißt auch das Kinderstück von Mark Down und Nick Barnes, das am Samstag unter der Regie von Angelika Schlaghecken im U2 des Theaters Münster Premiere hatte.

Von Helmut Jasny
Benedikt Thönes erzählt als Professor Blastow die Geschichte von Bud, der Kontakt zu Außerirdischen sucht.
Benedikt Thönes erzählt als Professor Blastow die Geschichte von Bud, der Kontakt zu Außerirdischen sucht. Foto: Oliver Berg

Natürlich wird man nicht ohne Weiteres zum Spaceman, da sind die Autoren realistisch. Beispielsweise muss man im Physikunterricht gut aufpassen. Und man muss einen guten Lehrer haben. Als solcher entpuppt sich Benedikt Thönes in der Rolle des Professors Blastow, dem jeder Dünkel fremd ist, wenn er die kleinen Zuschauer zu Beginn der Vorstellung als seine Kollegen begrüßt und ihnen dann Buds Geschichte erzählt. Wissenschaft spielt darin eine wichtige Rolle. So werden auf spielerische Weise unter anderem der Urknall, der Weltraum und das Entstehen von Leben erklärt.

Aber das sind nur lehrreiche Zugaben zu der eigentlichen Geschichte, die sich als ebenso spannende wie kindgerechte Sciene Fiction entpuppt. Bud hat nämlich durch den alten Röhrenfernseher seines Opas Kontakt zu Außerirdischen aufgenommen und will sie jetzt besuchen. Gut in Physik, wie er ist, hat er schnell eine Rakete gebaut. Hier helfen dem Schauspieler zwei Stückchen Kreide, die sogar sprechen können und mit denen er das Raumschiff kurzerhand an die Tafel zeichnet. Der Astronautenhelm ist aber echt und wölbt sich als gewaltige Kugel über seinen Kopf (Bühne und Kostüme: Melanie Walter). So ausgestattet macht sich Bud auf die Reise ins All, bei der ihn Schwerkraft und Fliehkraft abwechslungsweise nach vorne und hinten über die Bühne schleudern. Als er dann tatsächlich auf Außerirdische trifft, wird er prompt von ihnen entführt. Aber nur bis zum Abendessen. Denn dann muss auch der Spaceman wieder zu Hause sein, damit alles seine Ordnung hat. Ein sympathisches, mit wenigen, aber klug eingesetzten Mitteln inszeniertes Ein-Personen-Stück, das die kleinen Zuschauer bei der Premiere über 40 Minuten bei der Stange hielt.

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