Free Deniz – Demo auf dem Prinzipalmarkt
Breite Fahrradfront für die Meinungsfreiheit

Münster -

Hunderte Radler demonstrierten. Münstergerecht. Es ging um den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel, der in der Türkei inhaftiert ist.

Freitag, 10.03.2017, 19:26 Uhr aktualisiert: 10.03.2017, 19:48 Uhr
Jongliereinlage während der Reden auf dem Prinzipalmarkt. Foto: Günter Benning

Rund 300 Fahrradfahrer protestierten am Freitagnachmittag vor Münsters Rathaus für die Freilassung des Welt N24-Journalisten Deniz Yücel aus türkischer Haft. Die Demo des Bündnisses „Free Deniz“ geriet zu einem Plädoyer für die Pressefreiheit.

Die Verhaftung Yücels sei eine der größten Belastungen in der deutsch-türkischen Beziehung, erklärte Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson. Und: „Wer die Pressefreiheit mit Füßen tritt, kann nicht weiter Kandidat für die EU-Mitgliedschaft sein.“

Hunderte demonstrierten für inhaftierten Journalisten Deniz Yücel in der Türkei

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  • Nach einer Demo auf dem Prinzipalmarkt fuhr ein Fahrradkorso am Freitagnachmittag zum türkischen Generalkonsulat, um gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel zu protestieren.

    Nach einer Demo auf dem Prinzipalmarkt fuhr ein Fahrradkorso am Freitagnachmittag zum türkischen Generalkonsulat, um gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel zu protestieren.

    Foto: Günter Benning
  • Nach einer Demo auf dem Prinzipalmarkt fuhr ein Fahrradkorso am Freitagnachmittag zum türkischen Generalkonsulat, um gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel zu protestieren.

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    Foto: Günter Benning

Wilhelm Achelpöhler, grüner Anwalt, verwies auf die Doppelbödigkeit deutscher Politik. Jahrelang habe man die türkische Kurdenpolitik hingenommen: „Die Zusammenarbeit mit der Türkei hätte längst beendet werden müssen.“

Der Organisator Dr. Bernd Drücke wies die Terrorismus-Vorwürfe gegen den deutsch-türkischen Journalisten Yücel zurück: „Ein Interview mit einem PKK-Mitglied zu führen, ist kein Terrorismus, sondern Journalismus, der aufklärt.“

Und Dr. Ulrike Löw beklagte über den Maulkorb für die EU wegen der Flüchtlingsdeals mit den Türken. Dem Welt-Journalisten drohe in der Türkei eine Haftstrafe bis zu zehn Jahren, klagte Dr. Frank Biermann vom Journalistenverband dju. Und das ohne Hoffnung auf ein rechsstaatliches Verfahren.

Rund 300 Leezen fuhren nach der Kundgebung durch die Stadt, umrundeten den Ludgerikreisel zweimal. Vor dem türkischen Generalkonsulat fand dann eine Abschluss-Kundgebung statt, auf der Dr. Michael Ramminger (ITP) zu den Demonstranten sprach.

Unter den Demonstranten war auch eine Namensverwandte des türkischen Präsidenten, Özge Erdogan („nicht verwandt, nicht bekannt“). Die Studentin der Geowissenschaften sprach sich dafür aus, dass alle Journalisten in der Türkei freigelassen werden sollten. „Ich liebe die Türkei“, sagte die 24-Jährige, „das Klima, die Kultur, die Landschaft.“

Unter den Teilnehmern der Demonstration gab es teilweise Kritik daran, dass der Vorsitzende des Integrationsbeirates Dr. Ömer Yavuz nicht teilgenommen hatte. Der war allerdings nebenan im LWL-Musuem bei einem Kunstprojekt des Integrationsrates.

„Ich habe schon vorher gesagt, dass der Journalist freigelassen werden muss“, sagte Yavuz und erinnerte an die Zeit vor Erdogan, als die Türkei von einer Militärjunta regiert wurde: „Da haben wir in Münster den Protest organisiert.“

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