New Names im Jovel Posen ohne Ende

Münster -

Der Bielefelder Phil, kurz für Philipp Meyer, durfte als erster ran und stand alleine mit seiner Akustikgitarre auf der Bühne. Tambourin und Drumpad bediente er mit den Füßen, so dass auch für Rhythmus gesorgt war. Früher war er schon mit seiner alten Band „Frame of Mind“ unterwegs gewesen und stand mit diversen Indierock-Größen auf der Bühne.

Von Jörn Krüßel
„Booze Boner Trouble“ erinnerten bei ihrem Auftritt an eine Guns´n´Roses-Coverband. Auch Phil (l.) und Ani Lozanova überzeugten.
„Booze Boner Trouble“ erinnerten bei ihrem Auftritt an eine Guns´n´Roses-Coverband. Auch Phil (l.) und Ani Lozanova überzeugten. Foto: Jörn Krüßel

Aus der Not heraus, bei einem Konzert ohne Bassist spielen zu müssen, hatte er eine Tugend gemacht und alleine einen seiner eigenen Songs auf Deutsch performt. Ein zufällig im Publikum anwesender Produzent verhalf ihm dann zur Aufnahme seines ersten Albums. Das Publikum im Jovel freute sich über die Songs, die sich thematisch dem Wandeln zwischen Zwei- und Einsamkeit widmeten, und wurde deutlich wärmer während des Auftritts.

Was danach von den Jungs von „Booze Boner Trouble“ geboten wurde, konnte weiter entfernt von Phils intimen Akustiksongs kaum sein. Spandexhosen, lange Haare und Posen ohne Ende waren angesagt. Die Band bediente sich beim Hardrock der 70er und 80er und wäre zeitweilig auch problemlos als Guns´n´Roses-Coverband durchgegangen.

Durch gekonntes Imitieren aller relevanten Posen machten sie ordentlich Stimmung, und wenn es auch mal ironisch gemeint war, die Eigendynamik, die sich die Band zuschreibt, war so offensichtlich, dass allen Anwesenden danach das Bier noch etwas besser schmeckte.

Schließlich verkündete ein tiefes Grollen die dritte und letzte Band des Abends an. Das „ANI LO. Projekt“ brachte symphonischen Metal auf die Bühne. Sängerin Ani Lozanova war schon in ihrer Wahlheimat Bulgarien ein Teenagerstar gewesen und verschrieb sich dann später dem Metal.

Ihre Stimme kann es zeitweise mit klassisch geschulten Opernstimmen aufnehmen und dann wieder ins Raue verfallen, sodass sie Doc Heyne an der E-Gitarre gehörig Konkurrenz machen konnte, der das ein oder andere Hochgeschwindigkeitssolo beisteuerte. Das Publikum nahm all das dankbar an und ließ die Band nicht ohne eine sonst unübliche Zugabe von der Bühne gehen.

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