Reformationsjubiläum 2017 Martin Luther ganz in Gold

Münster -

„Außer Thesen nichts gewesen?“ Die evangelische Thomasgemeinde hat zum Reformationsjubiläum ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Es startet am 12. März mit einem Gottesdienst in Trinitatis.

Von Maria Meik
Martin Luther macht vor dem Jakobus-Gemeindezentrum eine gute Figur. Das umfangreiche Programm zum Reformationsjubiläum stellten vor (v.l.): Pfarrer Martin Mustroph, Renate Palenberg und Prof. Dr. Reinhard Kohl.
Martin Luther macht vor dem Jakobus-Gemeindezentrum eine gute Figur. Das umfangreiche Programm zum Reformationsjubiläum stellten vor (v.l.): Pfarrer Martin Mustroph, Renate Palenberg und Prof. Dr. Reinhard Kohl. Foto: mm

Imposant und gülden – Martin Luther präsentiert sich rundum glänzend zum Reformationsjubiläum. In der Aaseestadt hat er Position bezogen und mahnt gottesfürchtig: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Vor dem Gemeindezentrum an der Jakobuskirche scheint die stattliche Figur freudig Ausschau zu halten. Auf das, was die evangelische Thomasgemeinde (Trinitatis und Jakobus) in diesem Jahr so alles „angezettelt“ hat. Und das hat ein bisschen was von Wittenberg.

Apropos Zettel: In beiden Kirchen finden sich Türen, auf die persönliche Thesenanschläge angekloppt werden dürfen. Im ökumenischen Festgottesdienst zum 500. Reformationsjubiläum am 31. Oktober erfolgt die Auswertung.

„Reformation und Toleranz, Politik, Eine Welt – waren in der Vorbereitung besondere Themen. Der Höhepunkt der Dekade ist erreicht, jetzt läuten wir das Finale ein“, freut sich Pfarrer Martin Mustroph auf die Gottesdienste, Ausstellungen, darunter „Cranach – Meister, Marke, Moderne“, auf Vorträge, Filme, Puppentheater und Feste. Mit den Presbytern Renate Palenberg (alias Katharina von Bora), Leiterin der Frauenhilfe, und Prof. Dr. Reinhard Kohl, zuständig für Erwachsenenbildung und Ökumene-Beauftragter, stellte er am Donnerstag das facettenreiche Programm vor, in dem auch die Auswirkungen der Reformation für die katholische Kirche beleuchtet werden.

Es startet am Sonntag (12. März) um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in Trinitatis. „Was bleibt von Luthers Lehre in unserer Zeit?“ Zum Auftakt der Predigtreihe steht das Grundelement der reformatorischen Lehre „sola gratia – allein aus Gnade“ im Mittelpunkt. Am Dienstag (14. März) geht es im Jakobuszentrum (20 Uhr) um „Luther und die Juden“. Dann bekommt die goldene Figur eine schwarze Augenbinde um. Ob Melanchthon oder Katharina von Bora, erst Nonne, dann Ehefrau von Luther – auch die Menschen um den theologischen Urheber der Reformation werden vorgestellt. „Uns ist es wichtig, nicht Luther zu feiern, sondern was er wiederentdeckt hat – die Freiheit des Christenmenschen, der so gewollt und vor Gott kostbar ist“, unterstrich Mustroph. „Wir möchten den Früchten der Reformation nachspüren.“

Das Programmheft liegt in der Thomasgemeinde aus, im Kirchenfoyer und im Kreiskirchenamt.

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