Land fördert Weiterbildung Neues Wissen als Wettbewerbsvorteil

Münster -

Öffentlich geförderte Bildungsschecks und Bildungsprämien sollen die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Die Wirtschaftsförderung ist eine von drei Stellen in Münster, die berät und Bildungsschecks ausgibt.

Von Karin Höller
Vorteile für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sieht Klaus Baumann, Geschäftsführer der Agentur Sputnik (l.), bei Bildungsschecks. Ihm überreichte nun Günter Klemm von der Wirtschaftsförderung Münster den jüngst beantragten Bildungsscheck für ein Mitarbeiterseminar.
Vorteile für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sieht Klaus Baumann, Geschäftsführer der Agentur Sputnik (l.), bei Bildungsschecks. Ihm überreichte nun Günter Klemm von der Wirtschaftsförderung Münster den jüngst beantragten Bildungsscheck für ein Mitarbeiterseminar. Foto: hö

Vor allem technisches Wissen ist meist nach wenigen Jahren überaltert. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten Unternehmen in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Zur „Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit“, wie es im Fachjargon heißt, gibt es seit Jahren Fördergelder der EU – vom Land ausgezahlt als Bildungsschecks, vom Bund in Form der Bildungsprämie. „Zwei erfolgreiche Instrumente, die Aufbauqualifikationen für eine aktive Personalentwicklung bieten“, erklärt Günter Klemm, Experte für Fördermittel bei der Wirtschaftsförderung Münster GmbH.

Sie ist in Münster neben der Handwerkskammer und der Volkshochschule für die Beratung und Ausstellung von Bildungsschecks und Bildungsprämien zuständig. 1153 Bildungsschecks hat die Wirtschaftsförderung in den vergangenen drei Jahren ausgestellt, bei der Handwerkskammer waren es sogar 2825, wie Pressesprecher Michael Hoffmann resümiert.

Bildungschecks

Durch eine Veränderung der Förderkriterien beim „individuellen Zugang“ (es gibt auch die Antragstellung über den Betrieb) werden vor allem Erwerbstätige geschult, „für die es mitunter schwierig ist, im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, erklärt Hoffmann. Zum Beispiel Ältere, befristet Beschäftigte, Migranten oder Personen ohne Berufsausbildung.

Beim betrieblichen Zugang seien die Bildungsschecks ein Instrument, um Nachwuchskräfte passgenau weiterzubilden und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Unter den Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter Bildungsschecks bei der Wirtschaftsförderung beantragen, sind laut Klemm alle Branchen vertreten – vom Software-Entwickler bis zum Heilpraktiker. Das Spektrum der geförderten Maßnahmen reiche vom Fremdsprachenkursus über EDV-Qualifikationen bis zu Seminaren zur verbesserten Kundenorientierung und Teambildung.

Positive Bilanz

Die Sputnik PR-Agentur hat in den vergangenen Jahren bereits zehn solcher Bildungsschecks für Mitarbeiter in Anspruch genommen. „Es waren Schulungen für das Konzipieren von Image-Filmen, eine verbesserte interne Kommunikation und für den Umgang mit Social-Media-Angeboten“, erzählt Geschäftsführer Klaus Baumann. Die Hälfte der Kosten für diese Weiterbildungsmaßnahmen wird durch das Land mit EU-Geldern erstattet. Baumann zieht eine durchweg positive Bilanz: „Die Bildungsmaßnahmen steigern nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit und sind ein wichtiger Baustein zur Mitarbeiterbindung.“

Um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, hat auch Maria Pironne über die Wirtschaftsförderung Fördermittel für Weiterbildungsmaßnahmen beantragt. Einmal für einen Kursus in Business English, einmal für eine Ausbildung zur Berufsbetreuerin. Sie sagt: „Ich möchte mir neben meiner Arbeit als Pflegehelferin ein zweites Standbein aufbauen.“

Ob individuelle oder betriebliche Weiterbildung: Insgesamt gilt laut Klemm: „Gut ausgebildete Mitarbeiter sind ein wichtiger Wettbewerbsfaktor.“

Zugangsvoraussetzungen für Weiterbildungs-Förderung

Beim Bildungsscheck NRW darf das zu versteuernde Einkommen 30 000 Euro nicht überschreiten. Beim betrieblichen Zugang, bei dem es keine Beschränkung auf besondere Personengruppen gibt, darf das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers 39 000 Euro nicht überschreiten. 50 Prozent der Maßnahme werden gefördert, Fördersumme maximal 500 Euro. Die Bildungsprämie des Bundes richtet sich an Lohn- und Gehaltsempfänger, Inhaber von Unternehmen und Aufstocker, wenn das zu versteuernde Einkommen 20 000 Euro nicht überschreitet. Weitere Infos bei der Wirtschaftsförderung, Günter Klemm, '  68642-90 und klemm@wfm-muenster.de.

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