Maikotten Einem Großbrand entkommen: Pächter gibt nicht auf

Münster -

Nach dem Einbruch und versuchter Brandstiftung im Ausflugslokal Maikotten sind die Täter noch nicht gefasst. Pächter Michael Leick hat den Betrieb mit Sicherungsmaßnahmen wieder aufgenommen.

Von Karin Höller
Michael Leick hat den Maikotten nach dem Einbruch jetzt wieder geöffnet.  
Michael Leick hat den Maikotten nach dem Einbruch jetzt wieder geöffnet.   Foto: Foto: hö

Wer mit Detailblick unterwegs ist, sieht noch Reste der Spuren, die Einbrecher im Februar in der Gaststätte Maikotten hinterlassen haben – Axthiebe an einem Holzpfeiler, ein Loch in der Decke. Security-Dienst-Mitarbeiter drehen regelmäßig ihre Runden – 24 Stunden am Tag.

„Denn es war kein normaler Einbruch“, sagt Pächter Michael Leick, „sondern versuchte Brandstiftung.“ Große Mengen Öl als Brandbeschleuniger seien im Lokal, im Büro und in seiner darüberliegenden Wohnung verschüttet worden.

Polizei sucht Täter

Eine Mitarbeiterin, die am 8. Februar – während der Betriebsferien – am frühen Abend nach dem Rechten sah, erkannte gleich, dass etwas nicht stimmt und alarmierte die Polizei. Leick: „Wären die riesigen Mengen an Brandbeschleuniger entzündet worden, hätte die Feuerwehr wohl nichts mehr ausrichten können.“

Die Erbengemeinschaft Ulrich, der das über 100 Jahre alte Gebäude der Traditions-Kaffeewirtschaft gehört, zeigt sich entsetzt. Die Polizei, die sich für Zeugenhinweise an die Medien wandte, sucht weiter nach den Tätern. „Das Verfahren läuft, aber wir haben noch keine heiße Spur“, sagt Pressesprecher Mirko Stein.

Mediterrane Landhausgastronomie

Michael Leick hatte im Urlaub in Ägypten von dem Einbruch erfahren. Wieder zu Hause am Maikottenweg traf ihn der Schlag: Das Lokal, sein Büro, seine Wohnung verwüstet, die Regis-trierkasse und Laptops gestohlen, der Tresor umgerissen. Und überall verschüttetes Öl. Das Loch in der Decke zwischen der Gaststätte und seiner Wohnung darüber „sollte offensichtlich den Kamineffekt bei einem Brand verstärken“, sagt Leick, der das Lokal seit 14 Jahren betreibt. „Die Fenster hatten die Täter zugehängt.“

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Ebenso schlimm wie die Angst vor einem erneuten Anschlag lastet nun die Sorge über die wirtschaftliche Zukunft auf seinen Schultern. Während der mehrwöchigen Zwangsschließung „ist uns ein wichtiger Teil des Buchungsgeschäfts für Hochzeiten und andere Großveranstaltungen verloren gegangen“, klagt er.

Dabei hatten er und seine Frau vor zwei Jahren neuen Schwung in den idyllisch gelegenen Maikotten bringen wollen und Starkoch Frank Rosin als Coach in dessen TV-Serie gefunden. „Er hat geholfen, uns besser zu positionieren“, so Leick, „als mediterrane Landhausgastronomie.“ Dieses Flair möchte er vermitteln und die Umstände des Einbruchs endlich vergessen.

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