Landesmuseum präsentiert Kunstwerk des Monats März Das Schachspiel als Kulturgut

Münster -

Das Landesmuseum präsentiert im März eine Schachkassette aus dem 19. Jahrhundert als Kunstwerk des Monats.

Die Schachkassette  aus dem 19. Jahrhundert war ursprünglich Teil einer Privatsammlung.
Die Schachkassette  aus dem 19. Jahrhundert war ursprünglich Teil einer Privatsammlung. Foto: LWL/Neander

Das Landesmuseum präsentiert im März eine Schachkassette aus dem 19. Jahrhundert als Kunstwerk des Monats. Sie ist noch bis Ende des Monats in der Vitrine im Foyer am Seiteneingang des Museums (Pferdegasse) zu sehen.

Die Schachkassette ist Teil der Biedermeier-Sammlung im Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die unter anderem Möbel, Accessoires und Bildern aus dem 19. Jahrhundert umfasst. Als Teil einer Privatsammlung kam das Objekt durch deren Ankauf 1954 an das Museum.

Ein Schachspiel wie das Kunstwerk des Monats März war im 19. Jahrhundert in Haushalten des Bildungsbürgertums weit verbreitet. Das Material ist unter anderem chemisch behandeltes Buchenholz. Dadurch bekommt das Objekt einen rötlichen, an Kirschbaumholz erinnernden Farbton und wirkt edler. Das eigentliche Schachfeld besteht aus dünnem Furnier. Die Schachfiguren sind nicht mehr erhalten.

Obwohl Spielen in der Natur des Menschen liegt, entwickelte sich erst im 18. Jahrhundert ein Verständnis von Freizeit als ein von der Arbeitszeit bewusst abgesondertes Handlungsfeld. In dieser Zeit organisierten sich auch die ersten Schachclubs – in den Kaffeehäusern aller europäischen Metropolen wurde Schach gespielt, das Brettspiel wurde zum Breitensport.

„Selbst wenn es weder eine handwerkliche Besonderheit noch eine Rarität darstellt, so hat dieses Schachspiel seinen berechtigten Platz in der Sammlung“, sagt LWL-Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. Es sei Zeugnis der Kulturgeschichte und gebe dadurch einen Eindruck davon, wie Menschen zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Gesellschaften gelebt haben. Arnhold: „Die Schachkassette ist damit ein informationsreiches Kulturgut, das es zu archivieren und zu präsentieren gilt.“

Zum Thema

Seit 1978 stellt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte jeden Monat eine Arbeit aus der Sammlung detailliert vor. In der Vitrine am Eingang Pferdegasse wird für einen Monat lang das Kunstwerk oder eine Reproduktion gezeigt. Ein Text dazu ist im Museumsshop, Domplatz 10, oder als Jahresabonnement erhältlich.

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