Unfall mit dem Fahrrad
Fahrradhelm als Lebensretter

Münster -

Bei einem Zusammenstoß mit einem Auto wird der 81-jährige Radler Josef Schudzich schwer verletzt. Der Fahrradhelm rettete ihm wohl das Leben, so die Polizei.

Mittwoch, 08.03.2017, 10:00 Uhr
Zehn Tage nach seinem schweren Unfall kann Josef Schudzich (81) schon wieder lachen. Ein Helm hat den Radfahrer vor schweren Kopfverletzungen bewahrt. Die Polizei schenkte ihm jetzt ein neues Exemplar. Links Verkehrspolizeichef Rudi Koriath, rechts Sicherheitsberater Christoph Becker. Foto: hpe

Es geht alles blitzschnell, und Josef Schudzich kann sich nur noch daran erinnern, dass es plötzlich einen dumpfen Knall gab.

Am 24. Februar scheint die Sonne den ganzen Tag, der 81-jährige Rentner schwingt sich auf sein Elektro-Fahrrad. Auf der Altenroxeler Straße dann die Schrecksekunde ohne eine Chance, noch reagieren zu können: Am Abzweig Welsingheide übersieht eine Autofahrerin den Radler. Der Mann schlägt mit dem Kopf gegen Windschutzscheibe und A-Säule des Fahrzeugs, dann stürzt er schwer verletzt zu Boden.

Helm federte Aufprall ab

Zum Glück federt ein Helm den Aufprall ab. „Ohne diesen Kopfschutz hätte der Mann den Unfall wahrscheinlich nicht überlebt“, sagt Verkehrspolizeichef Rudi Koriath, als er die Ergebnisse der Unfallanalytik sieht. Der Helm ist beim Sturz an der Styroporschicht geborsten, hat aber Kopfverletzungen verhindert.

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„Das war wohl mein Schutzengel“, meint der sportliche Rentner, der jährlich 5000 Kilometer mit dem Rad zurücklegt. „Nie ohne Helm“, fügt er hinzu. Nach dem Unfall kommt er ins Krankenhaus. Der Nacken ist gestaucht, ein paar blaue Flecken.

Neuer Helm als Geschenk

Inzwischen ist er wieder daheim, und gestern schellt es an der Tür. Koriath und Verkehrssicherheitsberater Christoph Becker stehen vor der Tür und schenken dem Spätaussiedler einen neuen Helm. Nun fehlt nur noch ein neues E-Bike, denn die alte Leeze hat Totalschaden.

„Auf Münsters Straßen rollen geschätzt 15 000 Elektro-Fahrräder, und wegen der höheren Geschwindigkeit steigt oft auch das Verletzungsrisiko bei Unfällen“, so Koriath. 2016 verunglückten auf Münsters Straßen 23 Radler, die mit einem E-Bike unterwegs waren.

Ein 76-Jähriger wurde dabei getötet, 22 Personen verletzt. Becker: „Auch wenn es keine Pflicht ist, sollte jeder einen Helm tragen. Nur so können folgenschwere Kopfverletzungen gemindert oder gar vermieden werden.“

Verkehrswacht rät zu Trainingseinheiten

Die Verkehrswacht rät zu speziellen Trainingseinheiten. „Oft steigen ältere Menschen, die jahrelang nicht mehr auf der Leeze gesessen haben, wieder aufs Rad und nehmen dann gleich ein Elektro-Bike. Wer motorisch eingeschränkt ist, bekommt schnell Schwierigkeiten mit den flotten Rädern“, so Becker.

Schudzich will möglichst bald wieder mit dem Fahrrad fahren. „Zusammen mit meinen Freunden, aber nie ohne Helm“, so der Mecklenbecker.

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