Theater will Abonnenten-Rabatte senken, um zur Haushaltssanierung beizutragen Nasa bittet zur Kasse

Münster -

Das Theater soll sparen. Die „7. Finanzformel“ sieht Kürzungen von 900.000 Euro in den nächsten vier Jahren vor. Die Abonnenten sollen weniger Vergünstigungen bekommen.

Von Gerhard H. Kock
Für Abonnenten wird in der nächsten Spielzeit jede Vorstellung im Theater Münster im Schnitt fünf Euro teurer.
Für Abonnenten wird in der nächsten Spielzeit jede Vorstellung im Theater Münster im Schnitt fünf Euro teurer. Foto: Oliver Berg

Die von der schwarz-grünen Mehrheit beschlossene nachhaltige Haushaltssanierung wird „Nasa“ abgekürzt. Mit den unendlichen Weiten der Raumfahrt hat das Projekt allerdings nichts zu tun, sondern mit Sparen. Auch das Theater Münster soll seinen Beitrag leisten und hat für die „7. Finanzformel“ einen Vorschlag gemacht, der im nächsten Kulturausschuss am 1. März diskutiert wird: Die Abonnenten sollen weniger Rabatt erhalten.

Der städtische Zuschuss ans Theater soll in den nächsten beiden Spielzeiten um jeweils 200 000 Euro und den beiden darauffolgenden um jeweils 250 000 Euro sinken. Diese finanzielle Mehrbelastung sollen die Besucher ausgleichen. Waren in der Spielzeit 2013/14 die Einzeltickets erhöht worden, wird diesmal an der Rabattschraube für die Abonnenten gedreht. Bislang galt im Theaterbereich für treue Theatergänger ein Nachlass von 25 bis 35 Prozent sowie für den Orchesterbereich ein Nachlass von 5 bis 20 Prozent (die Besucherorganisationen Volksbühne und Christliche Theatergemeinde erhielten 50 Prozent). Diese Vergünstigungen sollen um 15 Prozent (Theaterbereich und Besucherorganisationen) beziehungsweise fünf Prozent (Orchesterbereich) gesenkt werden.

So wird zum Beispiel der Rabatt fürs Premieren-Abo von 35 auf 20 Prozent gesenkt, das bedeutet: Kostete dieses Abonnement im Parkett bislang 246,50 Euro, soll es ab der nächsten Spielzeit 301 Euro kosten. Immer noch günstig: Die gleichen Vorstellungen in Einzeltickets würden 390 Euro kosten. Trotzdem: „Das bedeutet, jede Vorstellung wird für Abonnenten im Schnitt fünf Euro teurer“, so Rita Feldmann. Aber die Verwaltungsdirektion des Theater findet: „Wir können damit leben. Das ist durchaus verträglich.“

Dass der Gesamtzuschuss trotzdem bis zur Spielzeit 2021/22 um über eine Million auf 22 923 000 Euro steigt, hängt mit zwei Anpassungsvereinbarungen zusammen: Zum einen erhält das städtische Theater einen Ausgleich für die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst. Zum anderen bleibt es bei der jährlichen Zuschussanpassung in Höhe von 90 000 Euro als Ausgleich von Preissteigerungen.

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