Uraufführung: Woody Allens „Match Point“ im Theater Macht Glück glücklich?

Münster -

Das Theater Münster hat einen Coup gelandet: die Uraufführungsrechte für ein Woody-Allen-Stück.

Von Gerhard H. Kock
Glück und Leidenschaft gehen in „Match Point“ eine unselige Verbindung ein. Der Filmstoff von Woody Allen kommt jetzt mit Natalja Joselewitsch (Nola Rice) und Garry Fischmann (Chris Wilton) als Uraufführung ins Theater Münster.
Glück und Leidenschaft gehen in „Match Point“ eine unselige Verbindung ein. Der Filmstoff von Woody Allen kommt jetzt mit Natalja Joselewitsch (Nola Rice) und Garry Fischmann (Chris Wilton) als Uraufführung ins Theater Münster. Foto: Oliver Berg

Das Theater Münster hat einen Coup gelandet: die Uraufführungsrechte für ein Woody-Allen-Stück. Die Geschichte des Films „Match Point“ hat Christian Brey für die Bühne bearbeitet und setzt sie auch selbst im Kleinen Haus in Szene: „Es wird ein sehr spannender Krimi, der die Zuschauer reinzieht und mitfiebern lässt.“

Brey skizziert auch gleich den Ansatz: „Wir finden die Geschichte gut, aber wir wollen nicht Woody Allen nachmachen.“ In den 110 pausenlosen Minuten wirft das Stück mit zehn Schauspielern die Frage auf, ob Liebe der größte Wert ist oder das Geld. In dem Meisterwerk „Match Point“ lässt Woody Allen seine Hauptfigur Untiefen menschlichen Begehrens ausloten.

„Match Point“ erzählt die Geschichte von Chris Wilton, einem armen Kerl aus Irland. Als mittelmäßiger Sportler will er der Mittelmäßigkeit entkommen, gerät als Tennislehrer durch Glück in die exklusiven Kreise von Tom. Dessen wohlhabende Familie erliegt Chris’ Charme – und besonders Toms Schwester Cloe, die Chris schließlich heiratet. Der glückliche Weg gerät in Gefahr, als der Aufsteiger Toms Freundin Nola kennenlernt. Sie ist als Schauspielerin glücklos. Nola und Chris verfallen einander in Leidenschaft. Ein gefährliches Spiel für beide. Regisseur Brey: „Wir erzählen einen Thriller, einen Krimi, einen Erotik-Thriller.“

Das Stück lehnt sich an den Film an. Brey: „Es bleiben viele Szenen erhalten.“ Der Film hat davon 90, im Theater werden es 40 Szenen sein. „Es wird nichts dazuerfunden, nur ein bisschen kondensiert.“ Die Geschichte wird laut Regisseur mit reinen Theatermitteln erzählt. Leidenschaftlich werde es selbstverständlich auch: Es gibt „Bettszenen, aber ohne Bett“. Ein filmischer Soundtrack von Matthias Klein begleitet die Protagonisten.

Für Regisseur Brey ist Chris „kein eiskalter Aufsteiger; ihm fallen viele Sachen zu.“ Das passt zu der berühmten Eröffnungsszene des Films, als ein Tennisball auf die Netzkante aufschlägt, über ihr stehen bleibt und die Frage gestellt wird, wohin das Los fallen wird.

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Restkarten für die Uraufführung am Freitag (17. Februar) um 19.30 Uhr im Theater, Neubrückenstraße 63, gibt es unter ' 5 90 91 00.

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