Umstrittene Verkehrsregelung an der Promenade
Dürfen 50 Autos Vorfahrt vor 15.000 Radfahrern haben?

Münster -

Auf der Promenade in Höhe Schloss haben wenige Autos Vorfahrt vor den vielen Radlern, die dort täglich rollen. Der ADFC will das ändern.

Dienstag, 17.01.2017, 06:00 Uhr
Auf der Promenade am Schloss müssen Radler warten, wenn mal Autos kommen. Der ADFC will eine Beschilderung und eine Änderung der Vorfahrtsregelung zugunsten der Radler. Foto: hpe

Dürfen 50 Autos täglich Vorfahrt vor 15.000 Radlern haben? Über diese Fragen streiten sich aktuell der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und die Stadt Münster. Konkret geht es um die Promenade in Höhe des Schlossplatzes.

Der asphaltierte Radweg wird dort durch das Kopfsteinpflaster der Verbindungsachse vom Schloss hin zur Überwasserstraße unterbrochen. Und die wenigen Autos dort haben Vorfahrt. Das wissen jedoch laut ADFC viele Radfahrer nicht und auch die Autofahrer sind offenbar immer wieder verunsichert, wer denn zuerst fahren darf. ADFC-Sprecher Peter Wolter spricht von „Irritationen und Gefährdungen“.

Deshalb will der ADFC an diesem neuralgischen Punkt eine Änderung der Vorfahrtsregelung zugunsten der Radler und das sollte durch entsprechende Verkehrszeichen sichtbar sein.

Durchgängige Pflasterung verdeutlicht Vorfahrt

Wolter berichtet in einem Schreiben an das Ordnungsamt von einem persönlich erlebten Beinahe-Unfall mit einem Auto. „Erst da ist mir der Unsinn aufgefallen.“ Und fordert, „die untauglichen Verhältnisse der Lebenswirklichkeit anzupassen“.

Matthias Gudorf vom Ordnungsamt kann das Ansinnen der Radlerfraktion zwar nachvollziehen. Geändert werden könne die Vorfahrtsregelung aber nur, wenn vorher auch die baulichen Gegebenheiten angepasst werden. Also ein Verzicht auf das Pflaster im Bereich des Promenaden-Radweges. Verkehrszeichen allein würden nichts bringen.

Weil es sich aber bei dem Natursteinbelag auf der Achse um ein „historisch und stadtgestalterisch erhaltenswertes Pflaster handelt“, soll es beim für Radler unbequemen Belag ebenso wie dem Vorfahrtsrecht für die Autos bleiben.

Die gültige Vorfahrtregelung würde den Radverkehr wegen der wenigen Autos ohnehin kaum behindern und wegen der durchgängigen Pflasterung sei klar erkenntlich, dass Autos Vorfahrt haben. Wolter kontert: „Was ist denn wichtiger, der Mensch oder die Gestaltungssatzung?“ Er will die Politik einschalten.

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