Sammelband beleuchtet Jugendkulturen im 20. Jahrhundert Jugend im Fokus von Film und Fotografie

Münster -

Die Jugendgeschichte des 20. Jahrhunderts ist wesentlich eine Geschichte der Bilder: Ob man an den Aufbruch der Wandervögel am Beginn des Jahrhunderts denkt, an die Hitlerjugend und ihre Ins­trumentalisierung für das NS-Regime oder an die Halbstarken der 1950er Jahre – immer verbinden sich damit bildliche Assoziationen.

Der Herbergsvater begrüßt
Der Herbergsvater begrüßt Foto: LWL

Die Jugendgeschichte des 20. Jahrhunderts ist wesentlich eine Geschichte der Bilder: Ob man an den Aufbruch der Wandervögel am Beginn des Jahrhunderts denkt, an die Hitlerjugend und ihre Ins­trumentalisierung für das NS-Regime oder an die Halbstarken der 1950er Jahre – immer verbinden sich damit bildliche Assoziationen. Dieser visuellen Geschichte von Jugendkulturen im 20. Jahrhundert widmet sich eine reich illustrierte Publikation, die das Archiv der deutschen Jugendbewegung jetzt in Kooperation mit dem LWL-Medienzentrum für Westfalen veröffentlicht hat.

„Jugend im Fokus von Film und Fotografie“ heißt der Band. Das Spektrum der 14 Beiträge reicht von den Bildpraktiken der Arbeiterjugendbewegung über die (Selbst-)Darstellung der Hitlerjugend im zeitgenössischen Dokumentarfilm bis hin zu den medialen Bildwelten jugendlicher Glaubenssucher in der frühen Bundesrepublik.

Herausgeber sind die Historikerin Prof. Dr. Barbara Stambolis und der Leiter des LWL-Medienzentrums Prof. Dr. Markus Köster . 15 Autoren unterschiedlicher Fachdisziplinen fragen, wie sich Jugendkulturen des 20. Jahrhunderts inszenierten, wie sie von außen dargestellt wurden, welche Bedeutung Fotografien, Filme und andere Visualisierungen für Entstehung und Verbreitung ihrer Identitäten besaßen. Auch, welche Aussagekraft visuellen Quellen für die Erforschung der Geschichte der Jugend heute zukommt, wird erforscht.

Mehrere Aufsätze nehmen dabei visuelle Quellen aus Westfalen und dem Rheinland in den Blick: Unter anderem analysiert Alfons Kenkmann Fotografien der „Edelweißpiraten“ an Rhein und Ruhr als „Bilddokumente jugendlicher Devianz unter der NS-Herrschaft“; Ralf Stremmel beschreibt unter dem Titel „Mythen schmieden?“ die fotografischen Bilder, mit denen das Essener Unternehmen Krupp nach dem Zweiten Weltkrieg seine Auszubildenden „ins rechte Licht rückte“; Jürgen Reulecke zeichnet anhand von Fotoalben die „Großfahrten“ einer bündischen Gruppe aus dem Bergischen Land bis in den Irak um 1960 nach.

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